chester wandte sich gegen ihn mit fragendem Blicke, denn zwischenBeiden war das Nöthige schon znm Vorans abgemacht morden.Eine bezeichnende Geberde war Alles, was er zur Antwort erhielt.
Dieß genügte aber auch vollkommen. Alsbald wurden gewissegeheime Befehle erlassen. Jetzt war unter den Vormarsmatrosenund auf dem Vorkastell eine gewisse Geschäftigkeit zu bemerken:an dem Vvrraa-Arm wurde ein Tan aufgezogen »nd ei» Gatterals Auftritt hergerichtet — lauter untrügliche Zeichen einer be-vorstehenden Execntion.
So sehr auch diese rauhen Seeleute Gefahren jeder Art zu be-stehen »nd menschliches Leiden fast unter jeder Gestalt mit anzusehengewöhnt waren, so war dießmal gleichwohl über Alle ein eigen-thümlichcs Gefühl der Menschlichkeit gekommen. Raonl war freilichihr Feind, und als solcher noch vor achtnndoierzig Stunden ein Gegen-stand ihres vollen, aufrichtigen Haffes: aber die Umstände hatten denfrüheren Groll in ein edleres, männlicheres Gefühl umgewandelt.Erstens war ein siegreicher, triumphirenderFeind etwas ganzAnderesals ein Gegner, den sie in ihrer Gewalt hatten, und der gänzlichvon ihrer Gnade abhing. Dann war auch die persönliche Erschei-nung des jungen Kapersmanncs ungewöhnlich einnehmend und durch-aus verschieden von der Schilderung, welche lebhafte Eifersucht,vielleicht nicht ohne Beimischung von Bitterkeit, früher von ihmentworfen hatte. Vor Allem aber wurde ihr Edelmuth durch dieUeberzengnng geweckt, daß die eine große Leidenschaft des Menschen— und nicht der gewöhnliche Beweggrund eines Spions ihrenFeind in diese Gefahr gestürzt, und er, wenn auch vom technischenGesichtspunkte ans schuldig — selbst zugegeben, daß er bei Ver-folgung seiner Liebesabsichten vielleicht nebenbei kriegerische Planenährte — gleichwohl nicht um elenden Lohn also gehandelt habe.
Alle diese Betrachtungen, zusammengenommen mit dem Wider-willen, welchen Seeleute immer gegen die Vornahme einer Execntionauf ihrem Schiffe hegen — hatten der Sache eine durchaus veränderte