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nnerschüttcrt gewesen, so würden wir ihm größeren Stoicismus an-dichten, als er in Wirklichkeit besaß. Im Gegentheil hatte erbittere Momente zn überwinden, nnd seine Angst würde ihn viel-leicht übermannt haben, wenn ihn nicht der hohe Entschluß, einesFranzosen würdig zn sterben — aufrecht erhalten hätte.
Die zahlreichen Hinrichtungen durch die Guillotine hatten Cha-rakterstärke unter solchen Umständen so zn sagen zur Mode erhoben,und cs gab nur Wenige, die dem Tode nicht mit geziemenderFassung entgcgentraten. Unserem Gefangenen vollends kam einstarker, furchtloser Geist zu Hilfe, nnd er würde dem großen Ty-rannen des Menschengeschlechts, selbst in seiner grausigsten Gestalt,mit Festigkeit, wenn nicht gar mit Verachtung in's Auge gesehenhaben. Aber ein liebender Jüngling, wie er, konnte dem letztengroßen Wechsel nicht wohl ohne ein tiefes Gefühl der Hoffnungs-losigkeit entgcgengehen, das in Raouls Falle durch keine erheiterndeAussicht auf die Zukunft gemildert wurde. Er glaubte sein Schicksalfür immer besiegelt, und zwar weniger wegen seines eingebildetenVerbrechens der Spionerie, als wegen der wohlbekannten zahlreichenUnbilden, welche er dem englischen Handel zugefügt hatte.
Raoul konnte aus voller Seele hassen, und der Tagesmeinungjener vergangenen Periode zufolge — einer Meinung, welche, wiewir fürchten, trotz des ungeheuren Aufwands nichtssagender Phi-lanthropie, wie sie jetzt von Mund zu Mund, von Feder zu Federfrei cirkulirt, auch für künftige Zeiten wieder maßgebend werdendürfte — war ihm das Volk, mit welchem er Krieg führte, vonHerzen verhaßt, so daß er Alles bereitwillig glaubte, was politischeEifersucht zu dessen Nachtheile erfinden mochte. In dieser Gemüths-stimmung mußte er sich freilich denken, sein eigenes Leben könnenur als nichtsbedeutend betrachtet werden, wenn es gegen englischeHerrschgier oder englische Gewinnsucht in die Wagschale gelegtwürde. Er war gewohnt, sich das Volk der Britten nur als eine»Nation von Krämern' zu denken, und trotzdem, daß er selbst einem