weit mehr ist — ich verehre meinen Gott, während dn den neuenMeinungen deiner eigenen Nation anhängst. Hier sind doch gewißGründe genug zur Trennung, so günstig und liebevoll wir auchsonst im Allgemeinen von einander denken mögen."
„Sprich mir nie mehr von dem Herzen eines italienischen Mäd-chens, und wie sie so bereitwillig sei, mit dem Manne ihrer Wahl bisan der Welt Ende zu fliehen!" ricf Raonl in bitterem Tone. „Tau-send Mädchen könnte ich in Languedoc auffinden, die lieber jedesJahr die ganze Erde umsegeln, als sich nur einen Tag von denSeemännern trennen würden, welche sie sich zum Gatten erlesen."
„Dann darfst dn dich ja nur unter den Mädchen von Lan-guedoc nach einem Weibe umsehen," antwortete Ghita mit einemmelancholischen Lächeln, das ihre Worte gänzlich Lügen strafte.„Es ist besser, Raonl, wenn dn ein Mädchen deines Volkes unddeines Glaubens wählst, als daß du dein Glück mit einer Frem-den versuchst, welche deinen Erwartungen nicht einmal entsprechenkönnte, wenn du sie erst näher kennen gelernt hättest."
„Wir wollen jetzt nicht weiter davon sprechen, theuerste Ghita:meine erste Sorge muß die sein, dich nach dem Hanse deinerTante znrückzuführen — wenn dn anders nicht vorziehst, dichabermals ans dem Irrwische einzuschiffen und nach den Thürmenznrückzukehren."
„Dem Irrwisch! — er ist doch nicht hier, mitten unter einerfeindlichen Flotte! — Bedenke, Raonl, daß deine Leute sich end-lich beklagen werden, wenn dn sie fortwährend deinen eigenenWünschen zu Liebe solchen Gefahren anssehest!"
„koste! — Ich weiß sie durch reiche Prisen in guter Launezu erhalten. Sie sind glücklich gewesen, und das, was jenen Nelsondort populär macht und zum großen Manne erhebt, macht auchRaonl Ivard nach seinem eigenen kleineren Maaßstabe populärund zum großen Manne. Meine Mannschaft ist gerade wie ihrKapitän — sie liebt die Abenteuer, und ebenso den Sieg."