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Provence. Lnst und Fröhlichkeit herrschte allenthalben, nnd esfehlte nichts als die Gegenwart der Franc», »m die Scene einerAbendbelnstigung der Küstcnbewohncr in ihren Dörfern vollkom-men ähnlich zn machen.
Nnd nicht mir in den eigenthümlichen Gefiihlen dieser Stande,sondern anch in der Wirklichkeit fand das Geschlecht eine würdige Ver-tretung. Die Gesänge waren von ritterlicher Galanterie durchweht,nnd hochergöht nnd zugleich gerührt lauschte Ghita ans die fremdenWeisen. Sie saß ans dem Hackbord, ihr Oheim stand neben ihr,während Raonl auf dem Quarterdeck auf und ab ging, nnd ihrjedesmal beim Umwenden seine Wünsche und Einfälle zuflüsterte,die bei ihr stets ein geneigtes Gehör fanden.
Endlich nahm das Singen nnd Tanzen ein Ende, nnd bis aufdie paar Mann, welche die Wache hatten, stiegen alle Uebrige» znihren Hängematten hinab. Die Veränderung, welche jetzt eintrat,war eben so plötzlich als auffallend. Die feierliche, athemlofe Stilleeiner sternhellen Nacht folgte auf das laute Gelächter, die melo-dischen Gesänge und die lebendige Fröhlichkeit von Leuten, die trotzihres sprüchwörtlichen Frohsinns durch eine gewisse angeboreneFeinheit des Benehmens, wie sie den Seeleuten anderer Ländergänzlich fremd ist, in Schranken gehalten wurden, und bei gänz-lichem Mangel eigentlicher Erziehung dennoch selten oder niemalsgegen die Regeln des Anstandes verstießen, was bei den Matrosender angelsächsischen Rasse so häufig der Fall ist.
Um diese Zeit begann auch die kühle Luft der Berge aufdie von der Sonne dnrchglühten Meereswogen herabzuwehcn, sodaß eine leichte Landbrise entstand, welche verglichen mit derjeni-gen, die um diese Stunde von dem Festlande herüberkam, geradein entgegengesetzter Richtung hinströmte. Vom Monde war nichtszn sehen: doch konnte man die Nacht deßhalb nicht finster nennen.Myriaden von Sternen flimmerten an dem weiten Firmament underfüllten die Atmosphäre mit einer Zelle, welche die einzelnen