III. Perscpolitanische Briefe.
21 .)
stellen wir also jene als die Pforte, diese als diebcyden Pfeiler des innern Porticus vor unfern Ka-lender.
Licht ist gut, Finstern iß böse; diesNaturgesetz, das der angebliche Gesetzgeber Zorvasternicht erdacht hat, ist in aller Lebenden Empfindunggeschrieben. Alles erfreuet sich beym Strahl desausgehenden, des wiederkonimenden Lichtes, Vogelund Fisch, Mensch und Thier; nur böses Gewürm,Ungeziefer, Nachtvögel und einige trage, schädlicheBrut ist für die Finsterniß geschaffen, in ihr thatigund wirkend. Gegen diese zu kämpfen, AhrimannsReich zu zerstören, ward also mit der ersten Zeit-abtheilung jedes Lichtdieners Pflicht, um so mehr,da Dshemshjds Gesetz ein eigentliches Gesetz derKultur des Landes seyn sollte, und viele dieser Ge-genden , damals ungebauct und öde, dieser Nacht-geschöpfe, (Divs, Eidechsen, Frösche, Kröten,Schlangen, Ungeziefer u. f.) voll waren. Zur Tha-tigkeit ermunterte sich also jeder erwachende DienerOrmuzds, im Reich des Lichts lichtvoll zu wirken,wahrheitsliebend, segenausbreitend, befruchtend, rein,lauter, bestimmt und unermüdet. Der Morgen-Hymnus, der die Sonne bcwillkommte, empfahl ihmim Bilde der Sonne seine Tagespflicht. Das le-bendige Wort (Zend-Avesta) ist voll dieser Lob-preisungen, Erhebungen, Segenssprüche, Gebeteund Entschließungs-Formeln; weihen sollte es dieNatur, und in Thatcn ein lebendiges Wort werden.Die ältesten Griechen kannten den magischen Dienstfast nicht anders, als in diesen aufweckenden Licht-Hymnen.