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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 4 (1821) Kritische Wälder ; 1
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Erstes Wäldchen. 19

vor Bruder, Mutter, Vater und dcm ganzen Him-mel : sie ist untröstlich. Wer will nun sagen, daßmit diesem allen Homer sie chatakterisire,nicht umsie als die weichliche Göttin der Wollust zu schil-dern, sondern vielmehr, um der leidenden Naturihr Recht zu geben?" Ware dieß, würde er sogenau die Seite des Weichlichen*) mit jedem Bilde,mit jedem Worte, mit jeder Bewegung zeichnen?würde er sie noch oben drem von Pallas verspottenlassen, als hatte sic sich bei einem Liebeshandel viel-leicht geritzt? würde selbst ibr lieber Vater Jupiterüber sie lächeln? Lachet dieser, spottet jene, utn derleidenden Natur ihr Recht zu geben? und welche lei-dende Natur ist ein Ritz der blendenden Haut?Eben so wenig schreiet der eherne Mars **) aus ei-ner andern Ursache, als eben weil er der eherne,der eisenfreffende Mars ist, der im Getümmel derFeldschlacht raset, und eben so wild bei der Verwun-dung aufschreiet. Nichts ist ungezweifeller, als dies,wenn wir Homer sagen lassen, was ec sagt; dennwäre es chm auch nur je eingefallen, das Schreien,alseinen natürlichen Ausdruck des körperlichenSchmerzes," und nicht mit höhern Absichten zugebrauchen, so wäre der Ausdruck:Er ward ver-wundet und schrie!" ihm so geläufig, als derersiel, und schwarze Nacht bedeckte seine Augen."

So weit sind wir also, daß Homerdas Prä-dikat des Schreiens, nicht als einen allgemeinen

*) Ilisci. kl, v. 337.

Iliirä, kl. v. 859.

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