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ihren nächsten Umgebungen eine ganz eigenthümliche Gestaltunggegeben. Der Leser hat vermuthlich schon gemerkt, daß die Gon-deln lange, schmale und leichte Böte find, dem Bcdürsniß der Stadtangemessen, und den Fahrzeugen anderer Städte ganz unähnlich.Bei den meisten Kanälen Venedigs stehen die begräuzenden Häusereinander so nah' gegenüber, daß die enge Durchfahrt zwischen den-selben nicht Ruder auf beiden Seiten zugleich zuläßt. Die Noth-wendigkeit des beständigen Wendens beim Ausweichen, und dieMenge der Brücken und Straßenecken machen es nothwendig, daßder Goudelier sein Gesicht derjenigen Gegend zukehre, nach welcherhin er fährt, und daß er stehend rudere. Jede vollständig ausge-rüstete Gondel hat in der Mitte ein Gezelt; der Steuernde mußnun so hoch stehen, daß er über dieses hinwegsehcn kann. Daherwird ein einruderiges Boot in Venedig von einem Gondelier regiert,der aus einem kleinen im Hintertheile angebrachten Verdeck steht,welches dem flachen Dache eines Hauses gleicht; das Ruder wirdnicht zugweise, wie anderswo üblich ist, sondern stoßweise geführt.Die Sitte, im Stehen und mit einer Bewegung des Körpers nachvorn zu rudern, ist übrigens in allen Häfen des mittelländischenMeeres nichts Seltenes, aber nirgend findet man die Fahrzeugedurchaus so gebaut und benutzt, wie in Venedig. Weil der Gon-delier steht, muß die Gabel, ans welcher das Ruder liegt, eineangemessene Höhe haben; man bringt dcßhalb gewöhnlich eine ArtKnie an der Seite des Bootes an, das erforderlich hoch ist, undaus einem gekrümmten, unregelmäßigen Aste gefertigt, zwei bisdrei Haken über einander bildet, um der verschiedenen Statur derBootsleute angemessen zu sein, oder zum Behnfe größerer und klei-nerer Ruderstöße, je nachdem die Schnelligkeit der Gondel größeroder geringer sein soll. Diese Haken sind nicht sehr umgebogen,weil die Rudcrstange oft von einem auf den andern geworfen, oderganz auf die andere Seite gebracht werden muß; sie wird nur durchGeschicklichkeit in ihrer Lage erhalten, und durch genaue Kenntniß
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