das Studium der Theologie betr. 439
steht. In ihr sind offenbar die angezeigten Pflich-ten und Bestrebungen nicht nur etwa vorläufigeErfordernisse zum Reich Gottes, sondern auf's au-genscheinlichste Seligkeiten des Reichs Gottesselbst, oazu er sie b e r u fe n h a t und ein la-det, das also unstreitig geistiger Art ist. DieVcrlaugnung alles Irdischen ist sein erstes Ecfor-derniß und mit der Freiheit, die es der Seele ver-leihet , zugleich sein Hauptkleinod. — Und genauist dies der Geist aller Reden Jesu. Er sprichtvon sich als einem Arzt der Kranken, einemHirten verlorner Schaafe, einem Verkündi-ger des Evangeliums für Arme, als einem geist-lichen Sacmann, Fischer u. dgl. nie aber,auch keinem ins Ohr, von sich als einem künfti-gen Usurpator. Lesen Sie doch alle AeußcrungenChristi über sich, über sein Wort, über den Zweckseines Lebens; und lassen den gesunden Sinn, dieoffenbare Billigkeit richten. Die haben wir nur,sie haben wir allein, sie schließen alle Erdenpo-litik , wie Feuer das Wasser aus; und wo sindnun die politischen Reden Jesu ? wo sinddie lVIstinvss aus seinem Munde? Die
muß man uns erst geben. Das wenige, das hic-hcr gezogen wird, die paar Parabeln, die ausdrück-lich dem großen Haufen dunkel seyn sollten, er-klären sich ja, wenn man sie mit dem Klärcrnvergleicht, selbst, und haben ihre Auslegung mitsich. Christus z. B. will die Ursache angeben, war-um sein so reines, geistiges Wort nicht überallso rein fasse ? warum so viel Same verlorengehe und das Netz noch so viel faule Fische ziehe.Dies war den nähern Schülern zu wissen und zu