das Studium der Theologie betr. 3gS
die Absichten Gottes, die angenehme Schrifteines sehr populären Theologen, haben hiezu vielGutes. Vom Gesetz der Wiedervergeltung hat Heileein Buch geschrieben, das von Gcßner sehr ge-lobt wird; ich habe es aber nicht gelesen. Die vie-len Schriften über unerkannte Sünden,Wohlthatcn, Gerichte, Strafen von G e r-ber, Palm, Hellmund u. a. sollten hiehergehören; ich kenne sie aber zu wenig. In denSchriften und Predigten unserer alten Theologen,z. E. Luthers, Matthesius, Herbergers,Scrivcr s u. a. findet man mehr dergleichen Ein-zelnes als in neuern; indessen auch in Einigen vonihnen sind mitunter Mahrchen. Moralische Gedichteüber Vorsehung und ihre Scenen im menschlichenLeben darf ich Ihnen nicht lange erst nennen: inUz, Witthof, Kleist, Gleims Halladat,u. a. kennet sie jeder. Bei den ältesten Griechen,in Homer, den Tragikern, Pin dar, wissenSie, ist alles h e i li g: Alles ist in den Händen
der Götter und im Knoten des unüberwindlichenSchicksals. Dies trägt mit dazu bei, jenen altenThalen und Gedichten eine Art von Erhaben-heit, Würde und Einfalt zu geben, die unsfremd ist: denn bei uns wird alles dieses ohne Göt-ter, gemein und alltäglich behandelt. Auchin ihre prosaischen Schriften geht dies über: S o-krates bei Plato, M a rk-A n to n i n, Epik-tet, selbst der witzige Plutarch, die Pythago-raer sind andächtiger, oder wenn wir wollen, aber-gläubischer gegen die Vorsehung, als viele unsererChristen. Plutarch bringt diesen Zug selbst inalle seine Helden; und wie gläubig die alten Rö-