Druckschrift 
Zur Philosophie und Geschichte Theil 11 (1820) Adrastea ; 3
Entstehung
Seite
10
Einzelbild herunterladen
 

ro

Briefe zu Beförderung

sie menschliche Wissenschaften nannte?Gewiß war von ihnen die Philosophie nicht ausge-schlossen *); vielmehr war sie dieser bildenden Wis-senschaften Erzieherin und Gesellin, bald ihre Mut-ter, bald ihre Tochter gewesen.

Da bei den Römern also die Humanitätzuerst als eine Bczähmerin harter bürgerlicher Ge-setze und Rechte, als die eigentliche Tochter derPhilosophie und bildenden Wissenschaften einen Na-men gewonnen hat, der sich mit diesen nachherweiter vererbte: so lassen Sie uns ja Namen und

Sache ehren. Auch in den abergläubigsten, dun-kelsten Zeiten erinnerte der Namen Irumnniora anden ernsten und schönen Zweck, den die Wissenschaf-ten befördern sollten; -diesen wollen wir, da wirmenschliche Wissenschaften doch nicht wohl sa-gen können, mit und ohne dem Wort Humanität,nie vergessen, nie aufgeben. Wir bedürfen desseneben so wohl als die Römer.

Denn blicken Sie jetzt weiterhin in die Ge-schichte; es kam eine Zeit, da das Wort Mensch(biomo) einen ganz andern Sinn bekam, es hießein Pfli ch t t räg er, ein Unterthan, ein Va-sall, ein Diener **). Wer dies nicht war, dergenoß keines Rechts, der war seines Lebens nichtsicher; und die, denen jene dienende Menschen zu-

*) Erncsti Rede äo lruinanitutis ckiooiplina isthierüber bekannt.

*') Daher noch der Ausdruck: er ist ein llorno! Dubonio! ,,u. f."