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Zur Philosophie und Geschichte Theil 9 (1820) Adrastea ; 1
Entstehung
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des vergangenen Jahrhunderts." r3

Frieden erben sich die Ursachen des Krieges mit Haßder Nationen gegen einander fort; und mit diesemHaß Vorurtheile, Blindheit. Ausrotten lassen sichdie Kriege nicht oder schwerlich; vermindert aberwerden sie unwidertreiblich, wenn man die Ur-sachen zu ihnen mindert. Nicht anders alsdurch Gesetze, durch Statuten derDernunft,durch anerkannte Vertrage zum gesummtenWohl aller Nationen kann dieses geschehen; wer sieaufheben oder durchlöchern wollte, würde als einGesammt feind nicht nur der Europäischen Re-publik, sondern der Menschenvernunft behandelt.Denn wer zu unfern Zeiten vor oder nach erhalte-nem Rechtsspruch einem Tribunal das Baxen alsdie beste Auskunft, als das solideste Rechtsmittelantrüge, wie würde er angesehen werden?

Im ganzen verlaufenen Jahrbundert ist leiderdas blutig-verheerende Baxen der Reiche und Na-tionen gegen einander als dies höchste Rechtsmittelangesehen worden; seine längsten, heftigsten, erbit-terndsten Kriege waren Successionskriege,bey denen man also offenbar gestand : „ Das Rechtwohne in der Faust, die Vernunft im Schwert;weiter gebe es in Europa kein Recht und keine Ver-nunft als diese. Gut und Blut der Untcrlhancnsey eine den Regenten zugehörige Nichtswürdigkeit,die der großen Rechtsfrage: ob Spaniens König

Philipp oder Karl heißen solle? wohl aufgeopfertwerden dürfe." Die Nachwelt wird sich wundern,daß, bey allen Untersuchungen über das Völker-,Staats- und Naturrccht, Europa so lange demNaubgeist, der alles. Völker -, Staats - und Natur-recht aufhebr, einer die Rechte aller Nationen hö-