Druckschrift 
4 (1854)
Entstehung
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im Frühling, als Erdmuths zwanzig Jahre alt wurde, mußte siemit dm Eltern und Geschwistern in eine kleine Leibgedingwoh-nung ziehen.

Cyprian wollte Traudle aus dem Dienste entlassen, aber aufdie Bitten Erdmuthe's behielt er sie; er sprach es aus und zeigtees auch, daß er Erdmuthc zu lieb Alles thue.

Man rieth Cyprian, er möge sich doch mit Gottfried in Holl-maringen aussöhnen und nachgcbcn; wenn man Feuer wolle,müsse man es in der Asche suchen; aber Cyprian wollte davonnichts wissen, er sagte, daß er übcr's Jahr in die neue Welt aus-wandere.

Der Ohm Gottfried von Hollmaringcn kam einmal und ließErdmuthe zu sich ins Wirthshaus rufen. Cyprian stellte ihr sehtfrei, ob sie einen Mann besuchen wollte, der ihren Vater keinesWortes würdige und eigentlich an seinem Unglück Schuld sei,wobei er den Verlust, den er bei seinem Umzuge gehabt, nochsehr vergrößerte. Erdmuthe verneinte und nun kam Gottfried zuCyprian in seine Stube; er schaute sich hin und her um und sagtezu Erdmuthe ohne Cyprian zu grüßen, er habe kein Geheimnis;vor dem Vater und wolle sie nur fragen, ob sie zu ihm ziehenwolle, seine zweite Tochter verlasse nun auch das Haus. Erdmutheerklärte, daß sie bei ihrem Vater bleibe und als Gottfried sie zurHochzeit seiner jüngsten Tochter cinlnd, lehnte sic auch dies; ab;sie war dem Manne gram, der ihrem Vater kein Wort gönnte,weil er jetzt in Armuth war.