Vom Erlöser der Menschen. s2gl
schäft der Apostel war: (K. 6, 3 — 7.) so wurdenhiedurch und durch die Begleitung der Apostel Evan-gelisten gebildet. In unsern drei Evangelisten z.B.kommen dieselben Gleichnisse, Wunder, Ge-schichten und Reden vor, woraus man sieht, daßdie allgemeine Tradition dieser evangelischenRhapsoden (wenn mir dieser Name erlaubt ist,)sich an diese Erzählungen vorzüglich gehalten. Ostwerden sie mit denselben Worten erzählt: dennauch das ist Natur der Sache bei einer mündlichen,oft und wicdererzählten, insonderheit apostoli-schen Sage, wie wir cS in Petrus Predigtenund in den Briefen der Apostel selbst bemerken.Es waren fest gestellte heilige Sagen. — Nieaber ging dies Einerlei so weit, daß jeder Evan-gelist ein Sprachrohr des andern ward, wie aber-mals unsre drei Evangelien bezeugen. Da ist keinGleichniß, kein Wunder, fast kein Spruch undkeine Geschichte, die nicht jeder Evangelist nach sei-ner Weise sagt; eine Varietät und Freiheit desVortrages, die sich vom gleichgültigsten Umstandebis auf die wichtigsten Formeln, z. B. das VaterUnser, die Worte der Einsetzung des Abendmahls,und alle Reden Christi erstrecket. Offenbar stehtman, daß Zeder der Erzählenden frei er-zähle. Jeder Evangelist, selbst der kurze Markuserzählt eigne Umstände, eigne Reden und Wun-der; Johannes ganz eigne; und wenn Paulussein den Korinthern vorgetragenes Evangelium vonder Auferstehung in Erinnerung bringt: so denkter (r. Kor. rö, 6. 7. ) an Erscheinungen , derenKeiner unsrer Evangelisten erwähnt. Keinem
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