284 Dom Erlöser der Menschen.
mit den Zeugen der Geschichte Christi über dasEvangelium, das er predigte, verständigen;sonst lief er ins weite Feld und war kein christlicherApostel. (Gal. 2,1 — 3 .) Anwender! mochte erseine Lehre, wie ers konnte und gut fand; dasEvangelium aber als historischer Grund warihm gegeben, und er selbst hielt fest auf dieserRegel. (Gal. 6, 14. 16. 1. Cor. 3 , ro — r 5 .)
14.
So unmöglich es also war, daß das Christen»thum zu einer solchen Zeit, in dieser Gegend, unterdiesen Nationen sich ausbrcitend, ohne schriftlicheUrkunden, d. i. ohne Evangelien bleiben konnte:eben so fremd ist es dieser Zeit und Lage, sich inJerusalem eine apostolische Evangclien-Kanzlei zu denken, die mit jedem Lehrer Auf-sätze an jede Gemeine geschickt und ihn durch ge-schriebene Evangelien beurkundet habe. In derApostelgeschichte, die den merkwürdigsten Zeitpunktdes ersten Viertheiljahrhunderts des Christenthumsenthalt, sinket man davon nicht nur keine Spur,sondern auch einen völlig andern Geist in Pflan-zung der Gemeinen. Zu lehren waren die Apo-stel ausgcsandt, nicht evangelische Aufsätze umher-zusenden. Durch lebendigen Vortrag verbrei-teten sie das Christenthum, setzten dazu Lehrer einund schickten Gchülfen nach; ein Schall, eineStimme, war ihre Predigt, ein lebendiger Briefim Herzen, kein gemahlter Buchstab. (Rom. ro,8 — r8. 2. Cor. 3 , i 3 .) Der hätte das nicht
gethan, was sie lhaten. Die ganze Vorstellungsart,