Diese Schrift ist, wie ihre beiden Vorgängerin-nen (Von der Gabe der Sprachen und Vonder Auferstehung, Riga 1794.) vor einerReihe von Jahren geschrieben; warum sie jetzt er-scheinet, mag ihr Inhalt selbst zeigen.
Sie hat nicht den Zweck, einen Gelehrten zulehren, einen Meister zu meistern, oder einen Be-weise«: zu überweisen. In gewissen Jahren bleibtman bei gefaßten Meinungen gern; und es istThorhcit, die scinige Jemanden ausdringen zu wol-len. Dagegen wird es an unbefangenen Gemüthernnicht fehlen, die noch keine Meinung erfaßt haben,und vielleicht bei der jetzigen Verwirrung der Zeitengar nicht wissen, was Rechts oder Links ist. Die-sen auf den rechten Weg geholfen zu haben, daßsie mit Gewißheit sagen können: „das ists! unddas ists nicht! " dies ist meine bescheidne, undwenn ich sagen darf, rein-christliche Absicht.
Sie zu erreichen, habe ich allen Dogmatismus/Mysticismus, jeden unnölhigen Anslaus in Pilo-logie, Kirchengeschichte u. f. vermieden, und michstrenge an die Fragen gehalten: „Was sind die
Evangelien? Was ist das Ehristenthum?Was sollten und wollten sie in ihrer Ge-