als Glauben, Geschichte und Lehre.
und zu Andern reden. Den Jüngern waren alleSchuppen von den Augen gefallen; jetzt und hierwar an ein weltliches Reich nicht mehr zu gedenken.Ihr erwarteter König der Welt war am -Pfahle ge-storben, und durste sich nicht mehr zeigen. Dennochwar seine öffentlich verdammte Sache gerecht, großund gut; und durch eben diese Wiedecauflebungim Grabe lebte der Erstandene selbst in einemneuen Reiche. „Mußte dies Alles Christus nicht„leiden? litten cs nicht die Propheten? mußten,,sie nicht alle, mehr und minder, den Weg gehn?„Und doch ward eben auf diesen Wege das Reich„Gottes vorbereitet, jetzt kann, jetzt muß es cr-„bauet werden. Wohlan!" — So sprach derErweckte. Die Nagel am Kreuze, die Lanze in derSeite, der Dornenkranz, nebst allem Hohn undSpott, den er erdultet, die ganze grauelvolle Scene,die er von innen und außen erlebt hatte; sie ebengaben der Sache jetzt Ausschlag. „Nehmet hin den„Geist," sprach er. „Gehet hin in alle Welt, lch.
' surdität. Aufs sehnlichste bat Christus, daß derbittre Kelch ihm vorübergehen möchte; er klagre,daß er von Gott verlassen sey, und hat am Lageseiner Noth Gebet und Flehen mit starkem Ge-schrei und Lhränen geopfert. Desto freier fühlteer sich jetzt, da ihn Gott erhöret und ihm ausder Todesangst geholfen hatte; erhatteaus>gezogen die Fürstenthümer und Ge-waltigen, und triumphirte über sie inseinem neuen, ihm so wunderbar geschenktenLeben.
Herders Werke Rel. u. Theol. XI. H