zum neuen Testament. 95
Der Heiland aller Welt sollte nicht der leiblicheNakionalhciland Eines Volks oder aller Völker,sondern seilltö Volks seyn, was dieses auch begrif-fe. Seit der Gefangenschaft sollten die Juden vonihrem strengen Parkikularismus entwöhnet, ihreharte Hülle mit Mühe gebrochen werden, und dieletzten Propheten Haltens offenbar zur Absicht, dasReich des Messias als eine Wohltbat vieler/ aller Völ-ker und zwar als eine Mlirdtsche geistige Wohl-that, obgleich mit irdischen Farben, zu schildern.„Volk war da der gewohnte heilige Ausdruck*)„z. E. Volk Gottes, Engel, die Himmelsschaaren,„Volk des Satans, die Hölle u. s. w." war ih-nen von Caldäa aus ein allgemeiner Ausdruck.Volk Gottes oder des Himmels hießen die Engel:Volk des Satans die Hölle; nun freilich, da siedie äußern Schalen des GotteSdicnsts hatten, nennten
*) Bei Zoroaster immer Volk, z-eupte cÄoste,ä'^Iiriman, peupls ck'un Knxe etc. 1°. III»I>- 755- Offenbar ein Ausdruck aus dem Sabä-ismus. Die in den spatern jüdischen Schriftenso öftere Benennung Jehovah Zebaoth, Gottder Götter, ist gewiß daher. S. Lessing zuAndreas Skultetus S. a5. Das Element,das jeder Engel beherrscht, hieß sein Volk, woes sein Amt war, gerade das zu thun, was Je-sus bei seinem Volk hier thun sollte, König zuseyn, sein Element vom Bösen, Unheil, Unsau-berkeir zu erretten und zu Reinigkeit, Fruchtbar-keit, Segen, höherm Licht und Leben zu fördern.So allgemein und rein war diese Sprache —nicht Klosterbegriffe eines Heilandes!