Druckschrift 
24/27 (1846)
Entstehung
Seite
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Fünftes Kapitel.

Die Erscheinung.

Valentine war, wie es der Staatsanwalt zu Ma-dame Danglars gesagt, noch nicht völlig wiederhergcstcllt.Gelähmt vor Müdigkeit, hütete sie in der Thal das Bett,und sie erfuhr in ihrem Zimmer ans dem Munde vonFrau von Villefort die von unS erzählten Ereignisse, näm- slich die Flucht von Eugenie und die Verhaftung vonAndrea Cavalcanti, oder vielmehr Benedetto, so wie diegegen ihn erhobene Berichtigung eines Mordes. Doch 'Valentine war so schwach, daß diese Erzählung vielleichtnicht die Wirkung auf sie hervorbrachte, welche sic beiihrem gewöhnlichen Gesundheitszustände hervorgebrachthaben müßte. Es waren in der That nur einige unbe-stimmte Gedanken, einige unentschiedene Formen, vermischtmit seltsamen Ideen und flüchtigen Phantomen, welche inihrem kranken Gehirne entstanden oder vor ihren Augenvorüberzogen, und bald verschwand wieder Alles, um diepersönlichen Empfindungen abermals ihre volle Kraft ge-winnen zu lassen.

De» Tag hindurch wurde Valentine noch in derWirklichkeit erhalten durch die Gegenwart von Noirtier,der sich zu seiner Enkelin tragen ließ und Valentinemit seinem väterlichen Blicke bewachend bei ihr blieb;wenn sodann Villefort aus dem Juflizpalaste zurück-kam, verweilte er ebenfalls ein paar Stunden zwischenseinem Vater und seinem Kinde. Um sechs Uhr zog sichVillefort in sein Cabinet zurück; um acht Uhr erschien jHerr d'Avrigny, der selbst den für das Mädchen be-reiteten Trank brachte; dann trug man Noirtier weg.Eine Wärterin von der Wahl des Doctors ersetzte alle