Die Menge trieb sich in diesen Salons umher, wieein Fluß und Gegenstuß von Türkissen, Rubinen, Sma-ragden, Opalen und Diamanten. Wie überall, bemerkteman, daß die ältesten Frauen am meisten geschmücktWare», und daß sich die Häßlichsten am hartnäckigstenhervordrängten. Gab es eine schöne weiße Lilie, einesüße, duftende Rose, so mußte man sie verborgen in irgendeinem Winkel durch eine Mutter mit einem Turban, oderdurch eine Tante mit einem Paradiesvogel suchen undentdecken.
Mitten unter dieses Gedränge, unter dieses Gesumme,unter dieses Gelächter, schleuderte jeder Augenblick dieStimme des HnissicrS einen in den Finanzen bekannten,in der Armee geachteten oder in den Wissenschaften be-rühmten Namen, den sodann eine schwache Bewegung derGruppen empfing. Doch wie Biele wurden für Einen,der das Vorrecht hatte, diesen Occan menschlicher Wellenbeben zu machen, mit Gleichgültigkeit oder mit dem höh-nischen Lachen der Verachtung empfangen!
In dem Augenblick, wo der Zeiger der massivenPendeluhr, welche den entschlummerten Endymion dar-stclltc, neun Uhr auf ihrem goldenen Zifferblatt andeutetc,und wo das Glöckchen, der treue Dolmetscher des Ge-danken der Maschine, neunmal erklang, erklang der Namedes Grafen von Monte Christo ebenfalls, und wie voneiner elektrischen Flamme angestoßen, wandte sich die ganzeVersammlung der Thüre zu.
Der Graf war schwarz und mit seiner gewöhnlichenEinfachheit gekleidet, seine Weiße Weste zeichnete seineweite, edle Brust ab; statt jedes Schmuckes trug er aufseiner Weste eine so feine Kette, daß kaum der dünnegoldene Faden den weißen Piqnö durchschnitt.
Auf der Stelle bildete sich ein Kreis um die Thüre.
Der Graf gewahrte mit einem einzigen Blicke Ma-dame DanglarS an einem Ende des Salon, Herrn Dang-lars an dem andern, und Eugenie vor sich.