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8 (1853) Der rothe Freibeuter : ein Seegemälde
Entstehung
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schlummernde Stille de» einsame» Fleck blutigen Zwistes bezeich-nete. Heiß, dicht, und Schlag auf Schlag, war das Kanoncnfeuer.Wie sehr aber auch die feindlichen Parteien sich gleichkamcn indem Wetteifer, Zerstörung um sich her zu verbreiten, so erhieltsich doch ein cigenthumlicher Unterschied zwischen ihnen, der aufdie Charakterverschiedcnheit beider Mannschaften hinwies. Lautesermunterndes Geschrei begleitete jede volle Lage des gesetzlichenSeefahrers, wahrend die Leute des Rovers ihr mörderisches Werkmit der Todtenstille der Verzweiflung fortsetzten.

Das Getös, der allgemeine Aufruhr der Scene strömte neuesLeben in das Blut des Veteranen Bignall, dessen Kreislauf dasAlter etwas minder feurig gemacht hatte.

Der Kerl hat seine Kunst nicht vergessen!" rief er, als dieGeschicklichkeit seines Feindes sich nur zu deutlich in den zerfetztenSegeltnchern, zersplittertem Spierenwerk und wankenden Mastenseines Schiffes zu zeigen aufing.Hätte er nur die königlicheBestallung in seiner Tasche, so könnte man ihn dreistweg einen, Helden nennen!"

Der Angenblick war zu drangvoll, um die Zeit mit Worten znvergeuden. Wilder antwortete nur durch Zurufen an seine Leute,sie zn ihrem gräßlichen und mühevollen Geschäft aufmunternd.Beide Schiffe hatten nunmehr eine solche Stellung gewonnen, daßsie neben einander vor dem Winde liefen, dabei aber nicht aufhörten,Flammensäulen ausznspcien, welche die ungeheuren Rauchwirbel> durchleuchteten. Nichts blieb von den Schiffen sichtbar, als dieSpieren, und auch diese in häufig durchbrochenen Linien. Svwaren viele Minuten verflossen, die den Kämpfenden freilich nurwie ein Augenblick erschienen; da gewahrte die Mannschaft auf demPfeil, daß sich ihr Schiff nicht mehr mit der, ihrer Lage soI nöthigen, Leichtigkeit regieren ließ. Der wichtige Umstand wurdeauf der Stelle vom dritte» Offizier Wildern, und von diesem demKapitän rapportirt. Eine eilige Berathung über die Ursache und