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8 (1853) Der rothe Freibeuter : ein Seegemälde
Entstehung
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Hinterraaen nmgeschwnngen, und das Schiff abermals in Bewe-gung gesetzt.

Wahrend dieser kurzen Zwischenzeit lag das Schiff des Roverin der Entfernung von ungefähr einer Viertelstunde vollkommenruhig und ohne den Schein, daß es sich an die unzweideutigen Be-wegungen seines feindlichen Nachbars im Mindesten kehre. Als aberder Pfeil dem Druck des Windes nachgab, und allmählig seineSchnelligkeit vermehrte, so daß das Wasser unter seinem Vorstevenschon eine kleine, rollende Schanmwogc zn bilden begann, da fieldas Vorkastell des Andern von der Richtung des Windes ab, dasBramsegel füllte sich, und der Delphin erhielt nun auch seinerseitsdie nöthige Bewegung, um besser regiert werden zn können. Jenesbreite Feld, welches schon über den Gefahren und dem Blutver-gießen von tausend Schlachten trinmphirend geweht hatte, unddicßmal während der Zusammenkunft von der Gaffel des Pfeilsherabgelassen war, wurde nun wieder hinaufgehißt. Die Flaggen-spitze des Feindes wies indeß kein erwiederndes Signal.

Ans diese Weise gewannen beide Schiffe einander Raum ab,und bewachten sich gegenseitig mit Angen so gierig, als wären eszwei sich messende Seenngcheucr gewesen, jedes sich bemühend, denGegner die beabsichtigte Evolution des nächsten Augenblicks nichterrathen zn lassen. Die ungewöhnlich ernste Haltung Wilders ver-fehlte nicht, in dem schlichten Seemann, der dem Pfeil als Com-mandeür Vorstand, eine entsprechende Wirkung hervorznbringen;nachgerade fühlte er sich nicht weniger als sein Lieutenant geneigt,ohne Uebereilung und mit gemessener Vorsicht in den Kampf zn gehen.

Wolkenlos war bis jetzt der Tag gewesen. Noch nie hatte einreineres Blau, als das des sich während der letzten Stunden überden Häuptern unserer Seeabentenrer wölbenden Bogens, die Mee-reswüstc angelächelt. Allein, gleichsam als zürnte die Natur obihres jetzigen, blutigen Vorhabens, verwischte eine finster drohendeNebelmaffe die Umrisse von Himmel nnd Ocean, so daß beide,