Verhältnisse, wie der Kiel des Freibeuters vorwärts durch dienoch zwischenlicgenden Wogen drang, deutlich sichtbar. Noch we-nige Minuten, so fuhr der Fremde, nachdem er den größten Theilseiner kleinen Segel angeschnürt hatte, mit dem Winde heran;und bald darauf kam er mit dem Rumpf zum Stillestehcn, indemzu diesem Zwecke die Hintersegel breitgebraßt waren, so daß derWind sic von der Außenseite treffen mußte.
Die Leute ans dem Delphin hatten insofern die zuversichtlicheLeichtgläubigkeit des königliche» Kreuzers nachgcahmt, daß auchsie ihre sämmtlichen höheren Segel einholten; denn es gab Keinenunter ihnen, der nicht, selbst bei einer so bedenklichen Nähe, bis zuwelcher cs seinem räthselhaften Anführer beliebte, einen so mächtigenFeind herankommen zu lassen, das unbedingte Zutrauen in dessenKlugheit »nd Muth gesetzt hätte — Eigenschaften, welche, wie dieLeute ans Erfahrung wußte», ihnen schon in viel schwierigerenUmständen, als die gegenwärtigen, zu Statten kamen. — Mit dieserMiene vermessener Zuversicht glitt der furchtbare Pirat seinem arg-losen Nachbar entgegen, bis ans einige hundert Fuß von dessenLuvseite, wo er, einen zierlichen Halbkreis im Drehen beschreibend,vom Winde abficl und zum Stehen kam. Indessen konnte Wilder,den sammtliche Bewegungen seines Vorgesetzten mit stummem Stau-nen erfüllten, bald bemerken, daß der Vorsteven des Delphin einevon dem andern Schiffe verschiedene Richtung bekam, »nd daß dieHemmung im Laufe nur durch eine cntgegenwirkende Verthcilnngder Vorderraaen hergestellt wurde; ein Umstand, welcher, bei deretwaigen Nothwendigkcit einer Zuflucht zu den Kanonen, den Vor-thcil darbvt, daß man das Schiff besser in der Gewalt behielt.
Noch dauerten die von der so eben beendigten Bewegung her-rührenden Schwankungen des Schiffes fort, als rauh und beinaheunverständlich die gebräuchliche Aufforderung: Namen und Ge-schäft anzngeben, über das Wasser hcrüberschallte. Mit einemvielsagenden Blick ans seinen Lieutenant setzte der Rover das