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gehalten; gegen alle klebrigen im Schiffe aber bemühte sie sich,in Blick und Mienen stets gleich heiter zu erscheinen. In diesemBenehmen, das freilich weit rathsamer mar, als ohnmächtige Bit-ten, war sie oon ihrer Gouvernante kräftig unterstützt, derenMenschenkenntnis; sie längst gelehrt hatte, das; die Tugend inZeiten der Roth am meisten Achtung gebiete, wenn sie es versteht,ihren Gleichmuts) zu behaupten. Auf der andern Seite suchteweder der Befehlshaber des Schiffes, noch sein Lieutenant ferne-ren Umgang mit den Bewohnerinnen der Hanptkajüte, als dieGesetze der Höflichkeit durchaus nöthig machten.
Der Erstere, dem es bereits leid that, daß er die Launen undCaprieen seines Gemüths so bloßgestellt hatte, zog sich allmähligin sich selbst zurück, indem er Vertraulichkeit bei Keinem suchteund von Keinem gestattete; während der Letztere zeigte, daß er diegezwungene Miene der Gouvernante, nnd den veränderten, ob-gleich mitleidsvollen Blick ihrer Schülerin vollkommen verstehe;auch bedurfte es der Erklärung keineswegs, um ihn mit der Ur-sache dieses Wechsels bekannt zu machen. Statt aber eine Gele-genheit zu suchen, seine» Charakter zn reinigen, zog er es vor,ihre Zurückhaltung nachznahmen. — Mehr brauchte es nicht, umseine ehemaligen Freundinnen von der Beschaffenheit seines Ge-werbes zn überzeugen; bis jetzt hatte selbst Mistreß Wyllys ihrerPflegebefohlene» noch zugegeben, daß seine Handlungsweise dieeines Menschen wäre, in welchem die Verworfenheit noch nichtjenen Grad erstiegen hatte, wo das Gewissen, jenes untrüglichsteMerkmal der Schuldlosigkeit, gänzlich schweigt.
Es würde den Lauf der Erzählung nur anfhalten, wollten wirdas natürliche Bedauern schildern, dem sich Gertraud überließ, alsdiese traurige Ueberzeugung sich ihrem Verstände aufdrängte, oderdie innigen Wünsche beschreiben, die sie hegte, daß der Besitzer sovieler männlicher, großartiger Eigenschaften den Jrrthum, inwelchem sein Leben befangen war, bald einsehen, und zu einer
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