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8 (1853) Der rothe Freibeuter : ein Seegemälde
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Gewalttätigkeit durch eine» Herrschergeist vollkommen unterdrücktworden sei. Hierauf wurde das Verdeck ans eine Zeitlang unterdas Kommando des wachthabenden Offiziers gestellt, und derRover verschwand.

Einundzwanzigstes Kapitel.

Dieb. Er gibt uns nur aus Menschenhaß diesen Rath, damitwir bei unserem heimlichen Handwerk verhungern mögen.

Timon von Athen. Act. IV. Sc. 3.

Während dieses ganzen Tages blieb das Wetter sich gleich.Der schlafende Ocean lag da, ein glatter, glanzender Spiegel, undnur das Steigen und Fallen langer Wellenlinien deutete an, daßam entfernten Horizont eine starke Bewegung im Anzuge sein müsse.Der, welcher es so gut verstand, die wilde, unbändige Stimmungseiner Untergebenen unter seine Autorität zu beugen, war von demZeitpunkte an, wo er das Verdeck verlassen hatte, bis zu dem, wodie Sonne ihren Glntball in der See abkühlte, unsichtbar geworden.Zufrieden mit seinem Siege, schien er die Möglichkeit, daß Jemandzum Umsturz seiner Macht Kühnheit genug besitzen könne, gar nichtzu befürchten; auch verfehlte dieses offenbare Selbstvertrauen derbeabsichtigten Wirkung ans seine Leute nicht. Da keine Vernach-lässigung im Dienste unbemerkt, kein Fehler ungestraft blieb, sosetzte sich bei ihnen der Glaube fest, daß ein unsichtbares Auge siestets bewache, ein unsichtbarer Arm zu allen Zeiten ansgestreckt sei,gleich bereit zu strafe» und zu belohnen. Durch diese Methode,nämlich, durchgreifend zu handeln, wenn der Augenblick es gebot,und wieder nachsichtig zu sein, wenn Ausübung der Strenge nurdazu gedient hätte, die Gemüther zu erbittern, gelang es dem außer-ordentlichen Mann, ans seinem Schiffe nicht blos den Verrath zuersticken, sondern auch seinen offenen Feinden, trotz ihrer schlauestenAnschläge und ausdauerndsten Verfolgungen, zu entgehen.