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8 (1853) Der rothe Freibeuter : ein Seegemälde
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übcrboten hätte, erfolgte augenblicklich eine Stille, in der mandas Athemholen jedes Einzelnen vernehmen konnte. Stolz undwegwerfend hob er den Arm empor, und sprach mit einer Stimme,die keine Veränderung wahrnehmen ließ, ja fast leiser und min-der drohend als gewöhnlich tönte. Allein auch die leisesten undtiefsten seiner Accente erreichten jedes noch so entfernte Ohr, sodaß Niemand über deren Bedeutung im Zweifel blieb.

Meuterei!" sagte er in einem Tone, der seltsam zwischenIronie und Verachtung schwankte,offene, gewaltsame und blut-dürstige Meuterei! Seid ihr eures Lebens müde, meine Leute!Ist unter euch Allen Einer, der zum Wohl der Andern ein Exem-pel an sich statniren lassen will? Er hebe eine Hand, einen Finger,ein Härchen empor; er spreche, sehe mir in's Auge, oder wagecs, durch einen Wink, Athem oder Bewegung zu zeigen, daßLeben in ihm sei!"

Er schwieg; und so allgemein, so zwingend war der durchseine Gegenwart und seine Miene hervorgebrachtc Zauber, daß indem ganzen Hansen roher, aufgeregter Menschen auch nicht einEinziger war, der gewagt hätte, seinem Zorne zu trotzen. Ma-trosen wie Marinen standen eingeschüchtert, gedemüthigt undunterwürfig da, wie Kinder, die etwas verbrochen haben, und sichvor eine Autorität gestellt sehen, von der sie ein tiefes, inneresGefühl haben, daß sie ihr nicht entfliehen können. Als keineStimme antwortete, kein Glied sich bewegte, ja kein Auge kühngenug war, seinem festen, glühenden Blicke zu begegnen, fuhrer in demselben, tiefen und gebieterischen Tone fort:

Schon gut: die Vernunft ist zwar spät znrückgekommen, aberglücklicherweise für euch Alle, daß sie wiederkehrte. Macht Raum,Raum, sag' ich, ihr befleckt die Schanze nur." Hier fielen dieLeute rechts und links einen oder zwei Schritte von ihm zurück.Daß die Waffen da wieder aufgestellt werden; es wird an derZeit sein, sie zu gebrauchen, wenn ich verkünde, daß es nöthig sei.