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8 (1853) Der rothe Freibeuter : ein Seegemälde
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Der Thatbestaich bewies, daß ihre Lage bei weitem bedenklicherwar, als selbst Wilder erwartet hatte. Seiner Masten entblößt,hatte das Schiff so stark geschlingert*), daß viele der Nahten zwi-schen den Planken gesprungen waren, nnd in dem Grade, wie sichdie Obertheile des Schiffes nnter die Meeresfläche senkten, nahmdie Schnelligkeit des Hereinströmens des Elementes zn. Als derjnnge Seemann den sachkundigen Blick überall umherwarf, konnteer nicht umhin, mit bitterem Herzen die Unwissenheit und denAberglauben zu verwünschen, der die Desertion der überlebendenMannschaft verursacht hatte. Denn in der That war kein Unglückgeschehen, das Anstrengung nnd Geschicklichkeit nicht hätten wiedergut machen können. Doch so, alles Beistandes beraubt, sah erohne Mühe ein, daß der Versuch, die nun unvermeidlich gewordeneKatastrophe auch nur einen Augenblick anfhaltcn zn wollen, derGipfelpunkt aller Thorheit sein würde. Schweren Herzens auf'sVerdeck znrückkehrend, machte er sich gleich an die Vorkehrungen,die nöthig waren, um die entfernteste Aussicht zur Rettung zn eröffnen.

Während seine weiblichen Gefährten das Gefühl der Furchtdurch ihre leichte, obgleich eben so nvthwendige Beschäftigung be-täubten, setzte Wilder die beiden Bootmaste ein, brachte die Segelin Ordnung, nnd legte alle übrigen Werkzeuge zurecht, die imRettnngsfall nützlich sein konnten. Also beschäftigt verflogen einpaar Stunden, als wären die Minuten zu Sekunden zusammen-gedrängt. Mit dem Ablauf dieser Zeit war seine Arbeit fertig.Er kappte nun die beiden Krabber, welche dazu dienten, die Bar-kasse während der Bewegung des Schiffes festznhalten, so daß sie,auf ihrer hölzernen Bettung stehend, außer aller sonstigen Verbin-dung mit dem Rumpfe gebracht wurde, der sich jetzt schon so tiefhinabließ, daß in jedem Augenblick zu erwarten stand, er werdeunter ihnen wegsinken. Nachdem diese Vorsichtsmaßregel genommen

*) Bewegung des Schiffes nach der Richtung seiner Breite von einer Seitezur andern.