gefährlichen Nachbar, so daß es jetzt dem unerfahrensten Seemannim Schiffe klar sein mußte, daß nichts als ein schnelles Wendendes Windes das Schiff in den Stand setzen konnte, gerade vorbeizu segeln, zumal da die Flut eben vom Meere hereinznkommen schien.
Da die untergeordneten Offiziere der Carolina mit ihren Be-merkungen über die Dummheit, welche sic in eine so »»behilflicheund demüthigende Lage gebracht, nicht sparsam waren, so versuchteder Lootse seinen Verdruß hinter zahllosen und lärmenden Befehlenzu verbergen. Vom Schreien ging er bald zur Verwirrung über,bis die Mannschaft müssig dastand, und nicht wußte, welches vonden schwankenden und sich widersprechenden Kommando's sie zuerstausführen sollte. Inzwischen stand Wilder neben seinen weiblichenPassagieren mit verschränkten Armen und scheinbar vollkommengleichgültig. Mistreß Wyllys stndirte emsig seine Blicke, um sichdurch deren Ausdruck über die Beschaffenheit und Größe der Ge-fahr Gewißheit zn verschaffen, sollte überhaupt Gefahr darin sein,wenn ein Schiff, sich auf spiegelflachem Wasser fast »»merklich vor-wärtsbewcgend, endlich auf ein anderes stoßt, das ruhig vor Ankerliegt. Die düstere und unbewegliche Wolke, die sich auf seiner Stirnznsammenzvg, gab ihr eine Unruhe, die sie sonst, da der Anscheinvon großer Gefahr nicht sehr lebendig war, nicht gefühlt haben würde.
„Ist wirklich Gefahr da, mein Herr?" fragte die Gouvernante,indem sie ihre eigenen Besorgnisse vor Gertraud zu verbergen strebte.
»Ich sagte ihnen, Madame, es würde sich answeisen, daß dieCarolina ein unglückbringend Schiff ist."
Beide Damen betrachteten das eigenthümliche bittere Lächeln,womit Wilder diese Erwiederung machte, als ein schlimmes Zeichen,und Gertraud schmiegte sich an ihre Reisegefährtin, auf die sie längstgewohnt war, sich kindlich vertrauend zu stützen.
„Warum lassen sich die Matrosen des Sklavenschiffs nicht sehen,um »ns beiznstehen, um abznwehren, daß wir nicht zu nahe kom-men?" fragte sie ängstlich.