186
ein Schweige» beobachteten, waren beredt genug, nm den innernGram z» verrathen. Gar mancher liebevolle, herzliche Wunsch,gar manches abgezwnngene Versprechen ertönte von jugendlichenStimmen, während dazwischen die weichen, trauernden Antwortenans Gertrauds Munde vernehmbar waren, aber Wilder that sichGewalt an, und erlaubte sich auch nicht einen einzigen verstoh-lenen Blick dahin, wo die Sprechenden standen.
Endlich hörte er einige Schritte von sich Fußtritte, und derSeitenblick, den er wagte, begegnete dem der Mistreß Wyllys.Beide waren über das plötzliche gegenseitige Sich-Erkennen etwasbetroffen, allein die Dame gewann die Fassung zuerst wieder undbemerkte mit bewunderungswürdiger Ruhe: „Sie sehe», meinHerr, wir lassen uns von einem einmal unternommenen Planedurch gewöhnliche Gefahren nicht abschrccken."
„Ich wünsche, Madame, Sie mögen Ihren Mnth nicht zubereuen haben."
Mistreß Wyllys hielt einen Augenblick, schmerzlich sinnend,inne, blickte dann hinter sich, »m sich zu überzeugen, daß sienicht belauscht werde, trat dann einen Schritt näher ans denJüngling zu und sprach mit noch leiserer Stimme als zuvor :
„Es ist noch nicht zu spät: geben Sie mir nur einen Schattenvon Grund zu Dem, was Sie behauptet haben, nnd ich will dieAnkunft eines andern Schiffes abwarten. Thöricht genug, machenmeine Gefühle mich geneigt, Ihren Worten zu glauben, wennauch meine Vernunft mir sagt, daß Sie mit unserer weibischenZaghaftigkeit Ihr Spiel treiben."
„Spiel? Gilt es solches Wagniß, möchte ich mit Keiner IhresGeschlechts mein Spiel treiben, und am allerwenigsten mit Ihnen!"
„Sonderbar! von einem Fremden unbegreiflich! Sind Sienicht im Stande, mir eine Thatsache, einen Beweggrund anzn-führen, worauf ich mich bei den Verwandten meiner Pflegebefoh-lenen stützen könnte?"
»