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8 (1853) Der rothe Freibeuter : ein Seegemälde
Entstehung
Seite
146
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das im äußern Hafen lag; vielleicht geschah es aber auch, nm znsehen, ob jene Bewegungen dort Eindruck gemacht und irgend eineWirkung hervorgebracht hätten. Doch die genaueste und strengsteUntersuchung wurde hier zn keinem Resultat geführt haben, worausman irgend eine Verbindung zwischen den Interessen beider Schiffehätte abnehmcn könne». Während im ersten Schiffe Alles in dergrößten Thätigkcit war, lag im zweiten Alles in der tiefsten Ruhe.Der Anker blieb ansgeworfen, das Schiff unbeweglich, und keineSpnr gab zu erkennen, daß die schwarze, leblose Masse bewohntsei. Sv still und regungslos schien sie, daß Jemand, der in diesemFache ganz »»bewandert gewesen wäre, hätte glaube» sollen, cssei ein Felsen im Meere oder irgend ein ungeheures symmetrisches,von den Fluten herbeigewälztes Natnrspiel, oder gar eines vonde» fabelhaften, phantastischen Seenngethüme», an deren Dasein dasSchiffsvvlk glaubt, und welches der Boden des Oceans unter Nebelund Stürmen ansgespiee», nachdem cs Jahrhunderte lang in seinemSchvoß verborgen gelegen. Dem unterrichteten Auge Wilders gabdiese schwarze Masse einen ganz andern Aufschluß. Er durchschautedie anscheinend schlafende Gestalt, und fand in ihrer Unbeweglichkeitselbst Zeichen des nahen Aufbruchs. Anstatt in langer, gedehnterLinie in's Wasser zn laufen, war das Ankertan kurz, fast senk-recht, und hatte gerade nur so viel Spielraum außer Bord, als^ erforderlich war, der Flut zn widerstehen, die den Kiel unterhalbin Bewegung setzte. Alle Boote waren ansgesetzt und in Bereitschaft,so daß cs Wildern deutlich war, ihre Bestimmung sei, in der kurz-möglichsten Zeit das Schiff zn bugsiren. Kein Segel, keine Naawar ans der Stelle, wie cs sonst immer z» sein pflegt, wenn ei»Schiff im sichern Hafen still liegt, weil alsdann das Volk gewöhn-lich mit Untersuchen und Ansbeffer» derselben beschäftigt ist. Anchfehlte kein einziges Tan von den Hunderten, die sich in den ober»Theilen des Schiffs kreuzen, und der blauen Himmclsdcckc zn Vor-hängen dienen. Alles war an seinem Platz, und schien ans den