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8 (1853) Der rothe Freibeuter : ein Seegemälde
Entstehung
Seite
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und den Norden des Seekompasses mir dem Daumen bezeichnend,fuhr er fort:

Wohl! angenommen, die Guineaküste liege hier; todter Windvon der Küste, seht ihr, nichts als und gebrochener Wind,wie wenn eine Katze prnstet, oder wenn der alte Granbart*),der ihn in seinem Schlauche für uns aufbewahrt, bisweilen denPfropfen dnrch die Finger fahren laßt, und dann gleich wiederdie Schnur doppelt um die Oeffnung des Sacks hernmschlägtIhr wißt doch, was ein Sack ist, Bruder?"

Mit dieser abgebrochenen Frage wandte er sich an den schafs-köpfigen Landmann, der dem Leser schon bekannt ist, und, seinneues Kleidungsstück unter dem Arme, mit offenem Munde dasaß,die Wunder-Erzählung verschlingend, um sie, zusammt mit denBrocken, die ihm der Schneider mitgctheilt, seinen Freunden undGevattern vom Lande brühend heiß zu hinterbringen. Ei» allge-meines lautes Gelächter erfolgte, auf Kosten des horchenden Par-don. Nightingale warf einen vielsagenden Blick auf zwei oderdrei von seiner Bekanntschaft, und die Gelegenheit benutzend,seine Lippen anzufenchten" wie er sich witzig ausdrnckte goß er ein Rössel Rum mit Wasser hinunter, und fuhr, imPredigtton, in seiner Erzählung fort:

Und die Zeit wird kommen, Bruder, wo Ihr lernen werdet,was eine Rundschnnr ist, wenn Ihr nicht ehrlich bleibt. EinesMenschen Hals ist dazu gemacht, daß er den Kops über Wasserhalte, nicht daß er wie eine alte, windschiefe Luke ans den Fugengereckt werde. Deßwegen macht Eure Rechnung bei Zeiten, undfolgt dem Bleiloth des Gewissens, auf daß Ihr nicht auf die Un-tiefen der Versuchung gerathet." Hierauf seinen Tabak imMunde rollend, blickte er um sich, wie Einer, der sich einer mora-lische» Verbindlichkeit entledigt hatte, und fuhr fort:Nun weiter.Dort liegt das Land, und, wie gesagt, von hier kam der Wind

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