357
kommen nach dm Regeln der Kriegskunst, wenn die Belagertenstärker zn sein vorgeben, als sie sind, »nd selbst die Belagerernehmen zuweilen eine bessere Miene an, als die Wahrheit eigent-lich gestatten würde. Militärische Berichte gelten, wie Euer Gna-den ja wohl wisse», eigentlich nirgends für ein Evangelium —höchstens nnersahrene Seeleute machen hierin eine Ausnahme."
„Dann," fuhr Joel fort, „wußte ich auch recht wohl, woranich war, sintemalen wir wirklich über eine Kanone verfügen kön-nen, sobald sic sieb nur erst ans eine Laffette bringen läßt."
„Ich glaube Strides zn verstehen, Euer Gnaden," begann derSergeant von Neuem. „Ich habe zur Verzierung des Thorwegseinen .Qnäcker" ") ansgcschnitzt, den ich ü> der Mitte anscinander-sägen, und die Stücke krenzweis über dem Eingänge anbringcnwollte, wie Euer Gnaden dergleichen oft in Garnisonen gesehenhaben — ich meine ungefähr wie die messingnen Dekorationen anden Artillcriehütten, Euer Gnaden. Nun, die Kanone ist fertigund bemalt; ich wollte sic eigentlich noch in dieser Woche zersägenund anfstellen. Ich vermnthe, Joel hat nach Qnäckcr-Art geradedies; im Sinne gehabt."
„Der Sergeant hat recht; das Stück sicht einer Kanone ebenso ähnlich, wie ein Katechismus dem andern. Die Mündung istüber einen Fuß tief, und hat ein verteufelt schießlustiges Aussehen!"
„Die Kanone steht aber nicht auf Laffette», und selbst dannkonnte sie doch nur als Schaustück dienen," bemerkte der Kapitän.
„Stellt sie nur einmal auf, und ich wette darauf, kein Jnschjönwird ihr in's Gesicht schauen. Sie nützt uns jedenfalls so viel, alsein Dutzend Schildwachcn," gab Joel zur Antwort. „Was dieLaffette betrifft, — an die habe ich schon gedacht, noch che icheine Sylbc davon sprach. Da wären z. B. die neuen Blockräderim Hofe unten, die könnten sie ganz gut tragen; die Zimmerlente
') So nennt inan in England große Deichcln. welche zu Brunncnaussätzcn l>e-nützt werden. D. U.