kam Benlah, welche bei all' ihrer Zuversicht auf die Zauberkraftvvu Evert's Namen, uud trotz der tiefen Gefühle, welche, seitsie Gattin und Mutter geworden, in ihr erwacht waren — ihrenBruder immer noch eben so zärtlich wie früher liebte. Die Todes-angst, welche Mand ansstand, wurde noch durch die Anstrengungenvermehrt, womit sie den Ausbruch eines Nervenanfalls, der ihrGeheimnis; verrathen könnte, zu verhindern suchte; ihre Zuge bekamenallmälig einen Ausdruck düsterer Entschlossenheit, der ihrer Schön-heit einen Anstrich von Grös;e verlieh, wie ihr Vater ihn noch niein ihrem lieblichen Antlitze wahrgcnommen hatte.
„Das arme Kind scheint mehr als wir Alle um Bobs willenzu leiden," bemerkte der Kapitän, indem er seinen Liebling freundlichzu sich Herzog, sie ans den Knieen schaukelte, und zärtlich an seineBrnst drückte. „Sie hat noch keinen Gatten, der ihr Herz thcilte,und ihre ganze Liebe konecntrirt sich nun in ihrem Bruder."
Benlah warf ihrem Vater einen Blick zu — ganz ohne Vorwurf,denn etwas der Art würde sic sich nie gegen ihn erlaubt haben —aber doch so voll Schmerz und Betrüblich, das; ihre Mutter sichgezwungen fühlte, ihre Tochter in die Arme zu schließen.
„Hngh, du bist ungerecht gegen Benlah," versetzte die ängstlicheMurter; „auch dieses thcnre Wesen wird niemals dazu gebrachtwerden, das; sic ihre Anhänglichkeit an Eines von uns vergäße."
Durch seine rasche Erklärung, seinen zärtlichen Knß rief derKapitän auch ans Benlahs Züge ein leises Lächeln zurück, dasaber durch Thränen hindnrchschimmerte. Alles war augenblicklichvergessen, denn die Betheiligten verstanden sich gegenseitig. —Mand benützte diesen Auftritt, und schlüpfte ans dem Zimmer.
Diese Flucht machte der Unterredung ein Ende; der Kapitänermahnte Gemahlin und Tochter, den übrigen Frauen ein Beispielvon Srärkc zu geben, und verließ dann das Hans, um seinenPflichten unter der Mannschaft nachznkomme».
Joels Abwesenheit warf einen Schatten des Zweifels auf die