Druckschrift 
16 (1853) Wyandotté oder das Blockhaus : eine Erzählung
Entstehung
Seite
121
Einzelbild herunterladen
 

121

richtig schließen," ist besonders auf Personen dieser Klaffe anwend-bar? denn sie sind immer geneigt, alles Hohe in den Staub zuziehen und nach dem Prototyp ihrer eigenen Unwissenheit umzn-wandeln; Sklaven der gemeinsten, niedrigsten Leidenschaften,-sonniren sie über Alles, wie wenn sie die ganze Summe vonKenntnissen, Ehrliebe und Bildung ihres Vaterlandes, wie ihrerZeit, in sich selbst verschlungen hätten. Ans dieser Menschenrassestammt der gewöhnliche Dcmagog ein Wicht, gleich unfähig,an sich selbst ein Beispiel höherer Eigenschaften anfznstcllen, alsdieses an Anderen gebührend zu schätzen. Solche Menschen gibt'süberall, wo menschliche Freiheit hohen^Schutzes genießt; sie sinddie moralischen Auswüchse derselben, ebenso wie man immer findenwird, daß der reichste Boden stets das üppigste Unkraut als lä-stige, giftige Frucht trägt.

Versammlungen der oben beschriebenen Art waren für die Ein-wohnerschaft des Blockhauses eben nichts Ungewöhnliches. UnsereErzählung betrifft eine Periode, welche die jetzige erleuchtetere Ge-neration, wenigstens was gesellige Gebräuche betrifft, gerne mit dendunkleren Zeiten der amerikanischen Geschichte verwechselt, obgleichsie die frühe begrabene Weisheit der Mormon-Bibcl und MillersInterpretationen der Propheten längst hinter sich hatte. Damalswar man nicht so thöricht, um überall weise erscheinen zu wollen,und einige der alten Festlichkeiten unserer angelsächsischen Vorfahrenwurden noch immer geduldet; die Alles verschlingende Feier desUnabhängigkeits-Tages^' hatte noch nicht jeden anderen Festtagverdunkelt. Kapitän Willoughby hatte eine Vorliebe für Festlich-keiten, die in der alten Welt ohnedies; vorherrschender sind, alsin der neuen in die Kolonien mitgcbracht, und es zählte deßhalbkeineswegs zu den Seltenheiten, wenn er seine Leute znsammen-beries, um ein Gebnrtsfest oder den Jahrestag einer Schlacht, anwelcher er als Sieger Antheil genommen, in Heiterkeit und Froh-sinn zu begehen. Als er daher bei gegenwärtiger Veranlassung