mit einer Wahrheit und Schärfe geführt, welche einem gelerntenKasuisten Ehre gemacht haben würde. Der Wvrtkrieg dauerte bisnach Mitternacht; beide Streiter nahmen bald wieder ihre Pfeifenzur Hand und begleiteten den Kampf mit Welken von Ranch, wiesie sich für ein so wohl bestrittenes Schlachtfeld geziemen mochten.
Wir müssen übrigens den Kapitän und seinen Freund ihremheißen Streite überlassen, um erst noch in verschiedene andereTheile des Hauses einen Blick zu werfen, ehe wir sämmtliche Per-sonen unserer Erzählung zur Ruhe geleiten.
Mrs. Willonghby befand sich zur Zeit, da die Schlacht imBibliothekzimmer ihre» Höhepunkt erreicht hatte, allein ans ihremZimmer. Des Tages Sorgen und Pflichten waren grosientheilsvorüber und ihr Mntterherz erfüllt von einem stillen Entzücken,wie sie cs selbst wohl schwerlich zu schildern vermocht hätte. Alles,was ihr auf Erden am thenersten war — ihr Gatte, ihr herzens-guter, treugesinnter und so lange geliebter Gemahl, ihr edler Sohn,der Stolz und die Freude ihres Herzens; Benlah, das Pfand ihrereigenen Liebe, das milde, folgsame, aufrichtige, treuherzige Kind,welches ihr selbst so ähnlich war, und Mand, die Adoptivtochter,durch Sorgen und Anhänglichkeit ihr thencr geworden und nun umihrer selbst willen so innig geliebt — Alle waren seht um sie, unterihrem eigenen Dache, ja fast im Bereiche ihrer liebevoll geöffne-ten Arme versammelt. Das Blockhaus war für sie keine Ein-samkeit, das Landgut ihres Gatten war'ihr keine Wildnis; mehr,denn wo ihr Herz weilte, war gewiß auch ihr Schah begraben.
Einige Minuten verstrichen ihr so in stillem, köstlichem Nach-sinnen, dann warf sich die treffliche, arglose Frau anf ihre Knie undergoß ihre Seele in freudigen Dankgebcten zu Ihm, der ihr dasLeben mit so vielfachem Segen erheitert hatte. Ach, sie ahnte nicht,welch' schweres, anhaltendes, furchtbares Unglück eben in diesemAugenblicke ihr eigenes Vaterland bedrohte, ahnte nicht den Schmerz,den ihr zärtliches Mntterherz erdulden sollte! Der Major hatte,