L32
brüchigen Knaben, der zu nichts mehr nütze ist, mit einer Korporals-bedccknng eskortiren lasset, nm meine Schlafmütze zn beschützen: sonst,werdet Ihr sehen, kann das thörichte Kind bis znm nächsten Mor-gen kein Ange zuthnn. Doch Ihr rührt Ench ja gar nicht, Sir!"
„Wozu denn anch?" rief der Kapitän; „Miß Plowden würdigtmich noch ihrer Gesellschaft, nnd bei einem Offizier vom —tenwäre es anch offenbar gegen Pflicht nnd Gewissen, wenn er Flascheund Fahne im selbe» Augenblick verlassen wollte, denn einen ächtenSoldaten hält das Lächeln einer Dame eben so gebieterisch imGesellschaftszimmer zurück, wie seine Fahne ihn an den Kampf-platz fesselt."
„Ich bin vollkommen ruhig, Kapitän Borronghcliffe," crwie-derte Katharina; „denn nicht umsonst bin ich so viele Monden langeine Bewohnerin von St. Nnth gewesen, um jetzt die Weisen nichtzn kennen, welche der Wind zwischen den Kaminen und Firstenseiner Spitzdächer anznstimmen pflegt. Das Geräusch, welchesObrist Howard von seinem Stuhle vertrieben nnd meineBasc Cäcilieso unnöthiger Weise in 'Angst versetzt hat, ist weiter nichts, als dieAeolsharfe der Abtei, die sich im Contrebasse vernehmen läßt."
Während sie sprach, betrachtete der Kapitän ihre ruhige Mienemit unverstellter Bewunderung, was endlich doch, obwohl lang-sam, eine tiefere Röche ans ihren Wangen hervorries.
„Ich habe meine Huldigung nun schon erklärt," bemerkte ermit höchst zweideutigem, pathetischem Ausdruck, „nnd will nunauch dabei bleiben. Sv lange Miß Plowden mir die Ehre ihrerGesellschaft gönnen will, soll sie mich anch unter ihre treuesten,standhaftesten Anbeter zählen dürfen, mag dann anch kommen,wer und was da wolle."
„So freundlich anch meine Absichten gewesen sein mögen,"erwiederte Katharina, sich erhebend — „ans diese Art bin ich gcnö-thigt, mich znrückzuziehen, denn selbst die höchste weibliche Eitelkeitmuß bei einer Bewunderung erröthcn, die gewiß unglaublich