141
Franenpnycs zu täuschen, so war doch bei Alice Dnnscombe derFall ein ganz anderer. Diese schaute mit forschendem Blick undvorwurfsvoller Miene unausgesetzt ans den phantastischen Tnrpan,bis Katharina sich neben sie setzte, und durch allerlei muntere Ein-fälle und Fragen, die sie ihr in's Ohr wisperte, ibre Aufmerksam-keit ans andere Gegenstände zu lenken suchte.
„Ich bemerkte vorhin," fuhr der Obrist, zu Alice gewendet, fort,„daß, wenn auch die Zeiten mein Besiythnm mannigfach geschmä-lert, wir dennoch keineswegs so weit herabgckommen seien, um nichtunsere Freunde ans eine Art empfangen zu können, die den Ab-kömmlingen der alten Herren zu St. Ruth keine Schande zu machenfurchten ließe. Meine Cäcilie hier, die Tochter meines Bruders Hein-rich, ist eine Dame, wie sie jeder Oheim mit Stolz der Welt vor-führen würde, und gerne, meine Freundin, möchte ich sic den eng-lischen Damen vorstcllcn, zum Beweis, daß mir jenseits des Oceanskeine unwürdigen Sprößlinge des Hanptstammes anferzogen haben."
„Sic dürfen nur Ihre Wünsche äußern, mein bester Oheim,und gerne werde ich denselben gehorchen," entgegnete Cäcilie.
„Sagen Sie uns nur, Sir, wie wir Ihnen gefällig seinkönnen," fuhr Katharina fort, „und gilt es nur einigermaßen, dieLangeweile dieses traurigen Aufenthaltes zu mildern, so versprecheich ihnen wenigstens eine fröhliche Unterstützerin Ihres Planes."
„Recht gut gesprochen," rief der Obrist, „und ganz, wie esverständigen, bescheidenen Mädchen geziemt! Nun den»; so magder erste Schritt darin bestehen, daß ihr an Dillon und den Ka-pitän eine Einladung sendet, heute Abend znm Thee bei euch zuerscheinen. Die Stunde ist, wie ich sehe, nicht mehr sehr fern."
Cäcilie gab keine Antwort und heftete nur die milden Augentraurig ans den Teppich zu ihren Füßen; dafür aber nahm MißPlomben es ans sich, eine Erwiederung zu geben.
„Ei, Sir, es ist doch gewiß an Ihnen, uns hierin entgegenzu kommen; Ihr Vorschlag lautete ja, daß der erste Schritt von