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5 (1853) Der Lootse : ein Seegemälde
Entstehung
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Fahrt mit so vieler Keckheit und dem Anscheine nach so geringerVorsicht unternommen hatten, befanden sich ans einem niederenschwarzen Schooncr, dessen Rumpf durchaus nicht im Verhältnißzu seinen hohen Masten stand, die ihrerseits wieder eine Anzahlnoch dünnerer Spieren trugen, deren spitze Enden zuletzt nichtbreiter als der träge Wimpel erschienen, der vergeblich in demleichten Winde sich zu entfalten versuchte.

Der kurze Tag in jener nördlichen Breite war bereits seinemEnde nahe; die Sonne warf ihre scheidenden Strahlen in schieferRichtung über die Gewässer, und hier und dort erglänzten diedunkeln Wogen in Streifen ihres blaffen Lichts. Die Stürmedes germanischen Oceans waren dem Anschein nach in Ruhe ge-wiegt, und über die schweren Rollwogen, die unaufhörlich mit derBrandung gegen das Ufer schlugen, und das Düster der Abend-stunde und der ganzen Aussicht noch vermehrten, strich ein sanfterLandwind, der die schlummernden Wogen nur leicht kräuselte.Trotz dieses günstigen Vorzeichens hatte der Ocean dennoch etwasDrohendes in seinem ganzen Wesen: er redete in hohlem, tiefemMurmeln, wie ein Vulkan am Vorabende eines Ausbruchs, unddas Erstaunen und die Furcht, womit die Landlente die Ursachedieser außergewöhnlichen Ruhestörung in ihrer kleinen Bai beob-achteten, stieg dadurch immer höher. Das schwere Hanptsegelund eins der leichteren Klüversegel, das weit über die BnA' her-ansragte, im Winde ansgebrcitet, glitt das Fahrzeug mit einerfast zanberähnlichen Grazie und Leichtigkeit über das Wasser hin,so daß die Zuschauer voll Erstaunen bald ans den Schooner sahen,bald wieder sich selbst in stummer Verwunderung anblickten.

Das ist ein kecker Bursche, der dort das Steuer handhabt!"begann endlich ernst und fcierluss der Viehhändler;aber magauch die kleine Barke da nicht weniger Holz in ihren Rippenhaben, als die Brigantinen, die zwischen Lon'on und dem Frithbei Leith segeln jedenfalls hat der Bursche mehr Gefahr auf