575
— Sie lesen guter Buch für alter Indianer, wenn er ihn hörenwollen, und wenn sie fort sein, in Schul, in „Stadt" , dann ihrMutter, oder ihr Großmutter lesen. Erst anfangen mit Großmut-ter, jetzt kommen zu Enkelchen. Aber immer guter Buch, wer ihnauch lesen."
Dieß war also der Scalpir-Peter, derselbe Mann, welchenich zu sehen nach Michigan reiste, aber wie wunderbar verändert!Der Geist des allmächtigen Gottes hatte sein moralisches Wesenreich durchströmt, und aus dem rachesüchtigen, grausamen Wildenwar ein demüthiger, wohlwollender Christ geworden. In jedemmenschlichen Wesen sah er einen Bruder, und dachte nicht mehrdaran, die Weißen zu vernichten, um seinem eigenen Volke denruhigen Besitz seiner Jagdgründe zu sichern. Seine ganze Seelewar Liebe, und ohne Zweifel fühlte er sich stark genug, die zusegnen, welche ihm fluchten, und seinen Geist aufzugebcn, wie dergute Missionär gcthan, dessen Tod ihn zuerst der Verehrung deseinigen wahren Gottes zugewendct hatte, als er für die betete, welcheihm das Leben nahmen.
Die Wege der göttlichen Vorsehung sind über die Forschungder Vernunft unergründlich. Wie oft finden wir, wenn wir dieBlätter der Geschichte aufschlagen, daß die Sittigung, die Künste,die moralische Bildung, ja, das Christenthum selbst dem blutigenPfade folgten, auf welchem des Eroberers Fuß gewandert, unddaß Völker ihr Glück von einer Seite her nahen sahen, welche An-fangs mit Unheil und Verderben drohte. I» gleicher Weise darfman sich jetzt auch der Hoffnung hingeben, daß Amerika seineSchuld an Afrika abträgt, und in gleicher Weise wird die Besitz-nahme der Wälder, Prairien und „Lichtungen" des rothen Manneszu einer Art Sühne werden, indem sie die Segnungen des Evan-geliums und eine richtigere Ansicht von dem Verhältniß des Men-schen zum Schöpfer in ihrem Gefolge hat. Vielleicht zieht auch