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30 (1854) Der Bienenjäger, oder die Eichen-Lichtungen : Roman
Entstehung
Seite
313
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Die allgemeine Bewegung, welche unter den rothen Häuptlin-gen bemerklich ward, deutete die Uebcrraschung hinreichend an, inwelche diese Mittheilung sie versetzte. Da die Indianer, welche nichthäufig mit weißen Männern verkehren, allgemein der Ansicht sind,die Erde sei eben, muß es ihnen schwer werden, zu begreifen, wieman von zwei unmittelbar entgegengesetzten Pfaden her einen ge-gebenen Punkt erreichen könne. Ein so auffallender Widerspruchmußte natürlich fernere Fragen herbcisühren.

Mein Bruder ist ein Medizin-Mann der Blaßgesichter, seinHaar ist grau," bemerkte Krähenfeder.Manche eurer Medizin-Männer sind gut, und manche sind schlecht. Es ist so bei den Me-dizin-Männern der rothen Menschen. Gute und Schlechte werdenbei allen Nationen gefunden. Ein Medizin-Mann eures Volkesbetrog meine jungen Männer, indem er versprach, ihnen zu zeigen,wo Feucrwasscr wachse. Er hat es ihnen nicht gezeigt. Er hatsie riechen lassen, aber er hat sie nicht trinken lassen. Dieß warein schlechter Medizin-Mann. Sein Scalp würde nicht sicher sein,wenn meine jungen Männer ihm wieder begegneten"

Der Bienenjäger fuhr hier, ohne cs selbst zu wissen, mit derHand an seine Büchse, um sich zu vergewissern, daß er sie zwischenseinen Beinen habe, und der Korporal sah erstaunt auf, als erdiese plötzliche Bewegung seines Gefährten gewahrte. Der Häupt-ling fuhr fort:

Sein Haar wächst nicht näher an seinem Kopfe, als dieBäume an der Erde wachsen. Selbst ein Baum kann niederge-hauen werden. Aber alle Medizin-Männer sind nicht einandergleich. Mein Bruder ist ein guter Medizin-Mann. Alles, waser sagt, mag nicht gerade so sein, wie er denkt, aber er glaubt,es sei so. Es ist wunderbar, wie Menschen auf zwei Pfade zu-gleich schauen können, aber cs ist noch wunderbarer, wie sie aufPfaden, welche nach vornen und nach hinten führen, zu demselben