1-17
erfreute. Man hat noch nie Jemandem Unrecht gethan, ohne ibnauch zu verleumden.
„Wer tödten meinen jungen Mann und ihm Scalp nehmen?" 'fragte Donnerwolke ein wenig knrzab.
„Hat mein Bruder einen Krieger verloren?" lautete die ruhigeAntwort. — „Ja, ich sehe, es ist so. Ein Medizin-Mann kanndas sehen, wenn es auch dunkel ist."
„Wer ihn tödten, wenn sehen kann? Und wer ihm Scalpnehmen?"
„Ein Feind hat Beides gethan," antwortete Boden mit dum-pfer Stimme. „Ja, es war ein Feind, der ihn getödtet, und derihm den Scalp genommen hat."
„Wer cs thnn, he? — Warum kommen hierher, nehmen Potta-wattamie Scalp, wenn nicht Kriegspfad offen, he?"
„Pottawattamie, einem Medizin-Mann muß man stets dieWahrheit sagen. Vergebliche Mühe wär's, vor ihm die Wahrheitverbergen zu wollen. Der Kriegspsad ist offen, und ein langer,verwickelter Pfad ist es. Mein großer Vater zu Washington hatdie Streitart gegen meinen großen Vater zu Quebec ausgegrabcn.Feinde nehmen immer Scalpe, wenn sie deren bekommen können."
„Das wahr, — das recht auch, —- Niemand über das zornigsein, — aber wer Feind? Blaßgesicht oder Rothhaut?"
„Dieses Mal war cs eine Nothhaut, — ein Chippewa, —einer von Eurer Nation, wenn auch nicht von Eurem Stamme.Ein Kricger, Taubenflügel genannt, welchen Ihr gebunden hattetund am Morgen martern wolltet, er zerriß seine Bande und erschoßEuren jungen Mann, — darauf nahm er ihm den Scalp."
„Wie das wissen?" fragte Donnerwolke ein wenig ungestüm.„Ihr dabei, und ihm helfen tödten Pottawattamie, he?"
„Ich weiß es," antwortete lc Bourdon ruhig, „weil Medizin-Männer säst Alles wissen, was geschieht. Seid nicht so hastig,
10 -