Ihr wohl, Don Wan, man könne Todte auf Erden wandernsehen?"
„Ich selbst habe nie etwas dieser Art gesehen, Don Estcban,und weiß folglich nichts davon zu sagen."
„Ganz, wie ich denke. Wahrlich, es ist fast ganz unglaublich!Es mag eine Warnung sein, daß wir hinfort den Dry-Tortugasfern bleiben, und ich muß sagen, ich habe kaum den Muth, nachAllem, was fich dort begeben hat, wieder in das Becken zurückzu-kehrcn. Wir wollen das Wrack aussuchen, die Dublonen fischenund nach Uucatan steuern. Sind wir einmal in einem EurerHäfen, wird die Molly, wie ich nicht zweifle, sich Geltungzu verschaffen wissen, und wir werden uns bald über den Preiseinigen."
„Was würde uns die Brigg nützen, Don Estcban, wenn wirsie segclfertig hätten?"
„Wahrlich, eine sehr seltsame Frage in Kriegszeitcn. Gebtmir ein Schiff, wie die Molly, und sechszig bis siebenzig tüch-tige Matrosen, und ich bürge Euch dafür, daß ich in einemKriege, wie dieser, in zwölf Monaten eine halbe Million mitihr verdiene."
„Würdet Ihr den Befehl über sie übernehmen, Don Esteban?"
„Dieß wäre eine kitzliche Sache, Don Wan. Aber wir wol-len sehen. Niemand weiß, was er thun wird, bevor er es ver-sucht. Thut's ein Pfennig nicht, so thut's ein Dollar. Man weißdas nicht. Ha, ha, ha, Don Wan, wir leben in einer selt-samen Welt."
„Wir leben in einer seltsamen Zeit, Don Esteban, wie dieLage meines armseligen Vaterlandes es beweist. Wir wollen dieseSache jedoch ein wenig vertraulicher besprechen."
Und so besprachen sie den Gegenstand. Es war ein eigenerAnblick, einen Ehrenmann, welchen die uneigennützigste Liebe zuseinem Vaterlande belebte und spornte, einen Verräther hinsichtlich