unter euch fahren" — so oft ich mich dieser Anekdote erinnere, fälltmir jedesmal Marble dabei ein. Wenn er bei guter Laune war,hatte er viel von dieser bitteren Ironie an sich; seine eigene früh-zeitige Erfahrung hatte ihn zwar gegen die Leiden, welche seinStand mit sich brachte, ziemlich gefühllos gemacht, im Ganzen aberhabe ich ihn immer für einen menschenfreundlichen Mann gehalten.
Wir hatten vor Sonnenaufgang die Lagune erreicht und »ochehe für die Ossiziere die Stunde des Frühstücks schlug, war allesErforderliche ans Land gebracht und wir befanden uns bereits imBesitze unserer Zelte. Ich hatte Neb beauftragt, sich diesmal dieBedienung der Merton'schen Familie vornehmlich angelegen sehnzu lassen und eben als die Schiffsglocke Acht läutete, was bei jenerTagcSzcit acht Uhr anzeigte, kam der Schwarze mit des Major'SKomplimenten und lud „Kapitän" Wallingsvrd und „Kapitän"Marble in seinem Namen zum Frühstück.
„So geht'S, Miles," fuhr mein Gefährte fort, nachdem er derEinladung in wenigen Minuten zu folgen versprochen hatte. „DieseAnordnung mit dem Schvvner erhält uns beide als Kapitäns undIhr braucht nicht wieder abwärts zu steigen, was immer eine un-angenehme Sache ist. Kapitän Marble und Kapitän Walling-ford klingt ganz gut und ich hoffe, daß sie noch lange neben ein-ander segeln werden; aber weder Natur noch Kunst haben mich jemalszum Kapitäne bestimmt."
„Dies auch zugegeben, so bleibt doch immer wahr, wo zweiKapitäne beisammen sind, da muß der eine über dem andern stehenund der Aeltere hat jederzeit den Vorrang. — Ihr solltet alsoCvmmodore Marble heißen."
„Bleibt mir mit Euren Scherzen vom Leib, MileS," versetzteMarble kopfschüttelnd und mit strengem Blicke. „Nur mit EuremVerlaub und — so hoff ich — durch Eure gute Meinung befehligeich jenen kleinen Halbblulschooncr, der halb Franzose, halb Uankeeist: es ist das zweite und wie ich denke auch das letzte Kommando,Miles Waliingford. 26