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ihre kleinen Finger so fest zusammen, daß es mir nur durch Anwen-dung offenbarer Gewalt gelungen wäre.
„Nein — nein — MileS," stotterte sie hastig — mit halbersterbender Stimme; „daS geht nun und nimmermehr! Ich binnicht Ruprecht — den magst Du dazu bringen — mich aber niemals!"
„Ruprecht! Was kann denn Ruprecht mit einem Armbande zuschaffen haben? Junge Herrn tragen ja doch keine Armbänder."
Lucy'S Hand öffnete sich leicht, wie die eines Kindes und ohneferneren Widerstand überreichte ich ihr meine kleine Gabe. Dagegenmußte ich zu meinem Leidwesen entdecken, daß sie non meiner Anord-nung mit jenen zwanzig Thalern monatlich durch eine mir unbekannteQuelle unterrichtet worden war. Später erfuhr ich, baß Neb von einemder Commis des Wechselhauses bei dessen zufälligem Besuche desSchiffes daS Geheimnis? erfahren und dasselbe MrS. Bradfort'SNegerin in einer der zahlreichen Visiten, die er jenem Hause ab-stattete, anvertraut hatte — ein MittheilungSkanal von der ge-wöhnlichen Art, nur daß er sich selten so wahr erweist, als esgerade hier der Fall war.
Ich konnte wohl bemerken, daß Lucy große Freude an ihremArinbande hatte. Erstlich war es ein sehr hübscher Schmuck unddann hatte ich ihre eigenen, wie auch Grace's, Ruprecht'S undmeine Haare gar niedlich in eine tauähnliche Flechte zusammenfügenlassen, welche die Anfangsbuchstaben unserer Namen umgab. DiesWar gerade nichts Besonderes, wohl aber eine zarte Aufmerksam-keit von meiner Seite, welche übrigens ohne eine vorherige Bera-thung mit meiner Schwester wahrscheinlich weniger vorsichtig ausge-fallen wäre, wiewohl ich betheuren kann, daß ich nicht entfernt anLiebesverhältnis; dachte, sondern Lucy nur wie eine zweite Schwesterbetrachtete und auch so für sie zu empfinden glaubte. Ich war freilichscharfblickend genug, um Ruprecht'S Gefühle und Benehmen gegenmeine Schwester recht wohl als Liebe zu erkennen und fürchtete nichtohne Grund, daß diese Neigung, wenn sie nicht schon erwiedert wurde.