125
viele Anzeichen, daß unser Nachbar ein Kriegsschiff sein müsse, daßwir für gerathen hielten, beizudrehen, worauf der Andere unterunserem Spiegel vorüberfuhr, und sich, nachdem er geviert hatte,mit zurürkgeschlagenen Vorraaen etwas gegen unser Luvquartierlegte. Beim Windwärtssteuern bekamen wir seinen Stern zu Ge-sicht, der mit gewissen Nationalemblemen verziert war, aber keinenNamen führte.
Damit schien die Sache entschieden — es war ein Linienschiffmit amerikanischer Flagge! Noch vor wenig Monden, als wir dieHeimath verließen, hatte kein ähnliches Ding eristirt und KapitänDiggeS brannte vor Ungeduld, mehr von der Sache zu erfahre».— Bald sollte auch erstere befriedigt werden.
„Ist das nicht der Tigris?" fragte vom Kriegsschiff herübereine Stimme durchs Sprachrohr.
„Ja, ja! Wie heißt das Eure?"
„Der Vereinigten Staaten Schiff Ganges, Kapitän Dale; vonden Vorgebirgen des Delaware her auf einer Kreuzfahrt begriffen.Ich heiße Euch willkommen in der Heimath, Kapitän DiggeS; wirbedürfen vielleicht bald Eures Beistands unter unserer Kokarde."
DiggeS that einen langen Pfiff und jetzt war das Geheimnißaufgeklärt. Es war, wie gesagt, der Ganges, vom früherenJndienfahrer durch Kauf in die neugebildete Marine übergegangen,das erste Linienschiff, welches von der Regierung des Landes, wiesie seit Annahme der Konstitution vor neun Jahren bestand —ausgesendet worden war. Die französischen Kaper hatten die Re-publik zur Bewaffnung gezwungen und in beträchtlicher Zahl wurdenjetzt Schiffe ausgerüstet, wovon einige, wie der Ganges, gekauft,andere ausdrücklich für die neue Marine gebaut worden waren.
Kapitän DiggeS verfügte sich an Bord des Ganges und daich zu den Ruderern seines Boots gehörte, so fand auch ich Gele-genheit, mir das Schiff anzusehen. Kapitän Dale, ein kräftiggebauter, gedrungener Mann von seemännischem Aussehen, in blau