128
schwerere Batterie führten und Leute genug zur Bedienung besaßen.Die Brigg feuerte übrigens vermuthlich deßhalb nicht, weil wirselbst ein Bischen abfielen und sie bemerkte, daß sic den Kürzerenziehen könnte; sie drehte sich vielmehr ganz auf dem Kiel herumund halte soweit auf die andere Seite, daß die beiden Schiffe ge-nau äos ä äos zu stehen kamen.
Kapitän Digges befahl, zwei von den Neunpfündern desQuarterdecks durch die Sternpforten hinausznschieben und hattewohl daran gethan, denn eS lag nicht in der Art von Leuten, wieunsere Freunde auf der Brigg waren, sich auf solche Weise behandelnzu lassen, ohne uns ein Denkzeichen ihrer üblen Laune zn verabfolgen.Die Schiffe mochten ungefähr drei Kabellängen auseinander sein,als wir einen Kanonenschuß vernahmen.
Das Erste, was ich von der Kugel gewahr wurde, war, baß ich siedurch das Kreuzmarssegel sausen hörte; dann kam sie zwischen Luv-lackelage und Eselshaupt durch meinen eigenen Mars gepfiffen, schlugein Loch durch bas große Marssegel und auf dem Weiterfluge hörteich sie endlich gegen einen festeren Körper als Leinwand aupoltern.Ich dachte im Augenblick an Ruprecht und die Vorstenge undschaute ängstlich aufs Deck hinunter, um zn sehen, ob er Schadengenommen hätte.
„FockmarS da oben!" hörte ich Kapitän DiggeS rufen. „Wohat die Kugel eingeschlagen?"
„Jn'S GselShaupt," gab Ruprecht mit Heller, fester Stimme zurAntwort. „Hat keinen Schaden gethan, Sir."
„Jetzt ists Zeit, Kapitän RobbinS, gebt ihnen einen Denkzettel."
Unsere beiden Neunpfünder wurden loSgefeuert und drei lauteCheerS erschallten einige Sekunden später auf den Decken des Tigris.Ich konnte von dem Kreuzmarssegel die Brigg jetzt nicht mehrsehen, erfuhr aber später, daß wir ihr die Gaffel weggeschoßen.
Damit hatte der Kampf ein Ende, dessen Lorbeeren vornehm-lich meinem Neb gebührten. Als ich nachher zu den Leuten herab-