Druckschrift 
29 (1854) Die Seelöwen, oder die verlornen Robbenjäger : Roman
Entstehung
Seite
466
Einzelbild herunterladen
 

466

Hobe» wieder fand, während der, welcher es an diesen sichern Platzgebracht, erst in der Schlaflanne, dann in der Bestürzung nichtmehr an das dachte, was er gethan hatte.

Der Verlust des Feuerzeugs war unter diesen Umstande» einUnfall, wie er die Vincyarder in diesem Augenblicke kaum schwerertreffen konnte. Durch Betten, starke Bewegung und andere Vor-sichtsmaßregeln konnte man das Leben eine Zeitlang fristen, wenndie warme Nahrung nickt abging, die Kälte drang aber in die Ka-jüte, und Alle fühlten bald das Bcsorgliche, um nicht zu sagen dasGefährliche ihrer Lage. Ein ganzer Tag verging mit fruchtlosenVersuchen jeder Art, sich Feuer zu verschaffen. Reibung blieb ohneErfolg und wird cs wahrscheinlich stets bleiben, wenn der Thermo-meter auf Null steht. Man brachte wohl Funken hervor, aber jetztstarrte bereits Alles vor Kälte. Die schon gekochten Speisen warenhart wie Bleikugeln, und in der zweiten Nacht fand man denBranntwein in Eisklumpen verwandelt. Die Strenge der Kältenahm nicht nur zu, sondern Alles, selbst der menschliche Körper,schien allmählig zu erstarren und, wenn man sich so ausdrückcndarf, Behälter für die Kälte abzugcben. Ein Thcil der Mannschaftbegann über Schmerz an Ohren, Nasen, Füßen und Händen zuklagen, und die Betten waren bald der einzige Ort, wo man esmöglich fand, sich einigermaßen behaglich zu fühlen. Nicht wenigerals dreiMänner waren in einem Zwischenräume von wenigen Stun-den in das Hans geschickt worden, um Feuer oder die Mittel, sichsolches zu verschaffen, sowie anderes, das zur Erhaltung der Mann-schaft nöthig war, herüber zu bringen. Der Koch war der dritteund letzte Bote gewesen. Er war an seinen zwei Schiffsgenossenvorüber gekommen und hatte sie todt oder leblos wie er an-nahm liegen sehen, denn Keiner gab bei der Untersuchung dasgeringste Lebenszeichen von sich.

Der Todesschreckcn, welcher den Neger bei diesem schauderhaf-ten Anblick erfaßte, entrang ihm jenen Hilferuf, welcher aus fo