Druckschrift 
29 (1854) Die Seelöwen, oder die verlornen Robbenjäger : Roman
Entstehung
Seite
320
Einzelbild herunterladen
 

320

Daggett war nie glücklicher, als wenn er erzählen Härte, wieein alter Elephant oder Löwe gefallen war, oder wie eine AnzahlPelzrobben dem Muthc und der Geschicklichkeit seiner Leute unter-legen waren.

Was Roswell betraf, so blieb er seinem Versprechen treu, undwidmete sich dem Geschäfte mit Eifer und Erfolg, aber sein Augewar auch stets jenen Zeichen zugewendet, welche das Fortschrittender Jahreszeit andeuten.

Bald erforschte er das Meer nach Norden hin, und beachtetedie kleinere Zahl und die geringere Ausdehnung der Eisberge,Beweise, daß der Sommer und die Wellen an ihren Nippen thäiiggewesen waren. Dann wendete sich sein Blick der Sonne zu, welchetäglich tiefer ging und sich rasch nach Norden wendete, als hätte siedie größte Eile, eine Halbkugel zu verlassen, welche ihrem wohl-thuendcn Charakter so wenig entsprach.

Die Nächte, welche in jenen Gegenden stets kühl sind, began-nen frostig zu werden, und die Zeichen des scheidenden Jahres,welche unter gemäßigten Himmelsstrichen so spät kommen, fingenan, sich hier fühlbar zu machen. Der Pflanzenwuchs war hier soselten, und zumal so magerer und rauher Art, daß in die-ser Hinsicht der Fortschritt der Jahreszeit sich nicht augenfäl-lig kund that, in jeder andern Beziehung aber sah Roswell mitsteigendem Mißbehagen, daß die späteste Stunde seiner Abreiserasch hcranzog.

Mittlerweile ging die Robbenjagd fort, und zwar mit ziem-lichem Erfolge, obgleich die goldenen Tage des Geschäftes durchMacy's Unbesonnenheit und Ungehorsam ernstlich unterbrochen wor-den waren. Die Mannschaft arbeitete tüchtig, denn auch sie sahdie lange Nacht des südlichen Polarkreises und damit alle Gefahreneines zu langen Aufenthaltes heraunahen.

Da wir häufig Veranlassung nahmen, von dem südlichen Po-larkreise zu sprechen, wollen wir hier einige erläuternde Worte ein-