I» wie fern seine Hoffnungen in letzterer Hinsicht gerechtfertigtwurden, wird sich aus dem Inhalte einer Mittheilung ergeben,welche Decan Pratt von dem Kapitän seines Schooners erhielt, undder wir uns als der einfachsten, kürzesten Art, die Erzählung sort-zusetzen, jetzt zuwenden wollen.
Der Seelvwc verließ Oystcr-Pond spät im September. Amdritten März des folgenden Jahres stand Mary an einem Fensterund schaute mit wehmuthvollen Gefühlen auf jenen Punkt in dennähern Gewässern, wo sie fast sechs Monate früher Noswell'S Schiffhinter den Wäldern der Insel, welche seine» Familiennamen trägt,hatte verschwinden sehen. Der Wind hatte längere Zeit scharfaus Osten geblasen, aber das Wetter hatte sich geändert, der Süd-wind wehte mild und alle Vorzeichen eines frühen Frühlings wur-den sichtbar.
Zum ersten Male seit drei Monaten hatte sic den Vorhang die-ses Fensters aufgezogen, und die Luft, welche ihr entgegcnwehte,war sanft und ließ den herannahenden Frühling ahnen.
Der Decan saß an einem sehr spärlichen Kaminfcucr undschrieb.
„Heute, Oheim," sagte Mary mit ihrer süßen Stimme, welcheVor Erregung ein wenig bebte, „heute ist bas Meer doch gewißruhig genug. Es ist wahrlich thöricht, daß wir bei einem Sturmefür die bangen, welche so viele, viele tausend Meilen von uns ent-fernt sind. Ich möchte wohl wissen, wie groß die Entfernung zwi-schen der Südsee und Oyster-Pond ist?"
„Du solltest dieß selbst berechnen können, Mädchen, wozu hätteich sonst so viel Geld für deine Erziehung ausgegeben?"
„Ich wüßte nicht, wie ich dieß anzufangen hätte, Oheim,"versetzte das herrliche Wesen, „obgleich ich es sehr gern wissenmöchte."
„Wie viele Meilen gehen auf einen Breitegrad, Kind? Ichglaube, dieß kannst du mir sagen."