32
Auge offen und klar, die Stirne edel und nicht ohne Spuren desDenkens, der Wuchs hoch und kräftig. Leichte Röthe überflog seineWange, als er Mary Pratt begrüßte, die sich auf ihre Arbeit nie-derbeugte, um die Nosenglut zu verbergen, welche plötzlich über ihrGesicht flog.
Der Decan ließ den jungen Leuten nicht Zeit, sich zu begrüßen,sondern ging sogleich in ineciius rvs ein, indem er bemerkte,Mary wünsche die Lage des armen, kranken Seemanns in demHause der Wittwc White erleichtert zu sehen, und da sie vonDoktor Sagc's Beistand diese Erleichterung am Ersten erwarte,frage cs sich nun, wie man Doktor Sage rasch und, in Betrachtder dürftigen Umstände des Kranken, ohne große Kosten von demHafen herüberschaffe.
„Wenn ich mich des Wallfischbootes bedienen darf," sagteRoswcll lebhaft, und ein Blick, in welchem sein ganzes Herzsprach, streifte das Antlitz des jungen Mädchens, die bittend ihrAuge zu ihm erhob, — „werde ich Eucrn Wunsch möglichst rascherfüllen, Decan."
„Mein Boot ist zu Euern Diensten; nur wünschte ich nicht,daß dem armen Seemanne durch diese Eure Bemühung neue Kostenerwüchsen, denn —"
„Ohne Sorgen, Decan, ohne Sorgen! Ich denke, Ihr kenntmich!"
Der Decan sprach nun leise mit Roswell, was Mary veran-laßt, sich abzuwenden und der Thüre des innern Hauses cntge-genzugehen. Noch einmal wendete sie ihren schüchternen, bittenden,liebewarmen Blick aus ihn, es war, als wollte sic ihn zur Eilespornen, als wollte sie ihres Oheims filzige Gesinnung entschuldi-gen, als wollte sie ihm sagen, daß ihr ganzes Herz ihm gehöre, so-bald die mächtige Schranke, welche sie trennte, gefallen wäre.
„Aber wird sie je fallen?" dachte sie, und trauriger, alsdie Sorge für den kranken Seemann sie vorher gemacht hatte, ging