Verbeugung des jungen Mannes durch ein leises Kopfnicken cr-rviederte, und die säumige Luise vorwärts drängte. Als sie jedochin das Gebäude cingctrcten waren, fand Luise Zeit, zu flüstern:
„Würde es nicht besser sein, einen Theil Ihres Geldes Oliveranzubieten? Die Hälfte davon reicht zu, Bumppo's Strafe zuzahlen — und er ist so wenig an Mangel und Anstrengungen ge-wöhnt. Ich bin überzeugt, mein Vater selbst würde einen großenTheil seines kleinen Einkommens darauf verwenden, ihm einewürdigere Stellung zu verschaffen."
Das unwillkürliche Lächeln, welches Elisabeths Züge über-flog, trug zugleich den Ausdruck eines tiefen und herzlichen Mit-leidens. Sie erwicderte jedoch nichts, da das Erscheinen desSchließers die Gedanken beider Mädchen dem Zweck ihres Be-suches znwandte.
Man nahm cs in dem neuen Laude mit den Formen nichtsehr genau, und da es bekannt war, daß der alte Jäger den Damendas Leben gerettet hatte, weßhalb sie wohl eine besondere Teil-nahme für den Gefangenen hegen mußten, so fand der Schließeran dem Gesuche, in das Gefängnis; eingelassen zu werden, nichtsBefremdendes, wie denn auch schon Richter Temple's Karte jedenEinwurf, wenn ein solcher hätte versucht werden wollen, zumSchweigen gebracht haben würde: er ging daher ohne Zögernnach dem Gemache der Gefangenen voran. Sobald der Schlüsselin das Schloß gesteckt wurde, ließ Benjamins rauhe Stimme dieFrage vernehmen:
„Oho! wer kömmt da?"
„Ein Besuch, den Ihr gerne sehen werdet," versetzte derSchließer. „Was habt Ihr mit dem Schloß angefangen, daß esnicht aufgehen will?"
„Sachte, sachte, Meister," rief der Majordomo; „ich habeeben einen Nagel als Stopfer über die Klinge eingeschlagen, sehtIhr, damit nicht Meister Thu-nur-wenig hereinrennen, und zu